SAP CX Trends 2025: Unser Ausblick und was daraus wurde
CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz
Diesen Ausblick haben wir im März 2025 geschrieben, auf Basis dessen, was wir damals in Kundenprojekten sahen. Es ist ein Ausblick auf 2025, keine aktuelle Prognose. Weil Leserinnen und Leser ihn weiterhin finden, haben wir ihn im September 2026 überprüft und zu jedem Trend eine kurze Notiz ergänzt, wie er sich entwickelt hat. Unsere aktuelle Sicht steht in Die Zukunft des CRM und SAP CX.
Kurzfassung: Unsere fünf SAP-CX-Trends für 2025 waren KI-gestützter Vertrieb in Sales Cloud V2 mit Joule, Composable Commerce als Standard für neue Shops, die CDP als gemeinsame Dateninfrastruktur, Marketing Automation im B2B und die Integration als grösstes Projektrisiko. Aus der Sicht vom September 2026 haben sich alle fünf bestätigt; die grössten Veränderungen waren die Umbenennung von SAP Emarsys in SAP Engagement Cloud und das Ende der On-Premise-Wartung für SAP Commerce im Juli 2026.
1. Wie verändert KI SAP Sales Cloud V2?
Gartner stellte fest, dass 61 % der B2B-Käufer ein Kauferlebnis ohne Verkäufer bevorzugen (Gartner, 2025). Wenn Käufer selbst recherchieren, braucht der Vertrieb Unterstützung, um sich auf die Deals zu konzentrieren, die zählen.
Anfang 2025 sahen wir, wie der Wechsel von V1 (C4C) zu Sales Cloud V2 in unseren Projekten Fahrt aufnahm, und der Treiber war eher die KI als der Funktionsumfang. V2 bringt Joule in den Arbeitsablauf des Verkäufers: Einblicke in Deals, Gesprächszusammenfassungen, vorgeschlagene nächste Schritte. Unser damaliger Rat: den Wechsel zu V2 im Jahr 2025 abschliessen, um bereit zu sein, wenn diese Funktionen ausreifen.
Rückblick (September 2026): Hat sich bestätigt. Die neue KI von SAP, einschliesslich der Joule-Agenten, zielt auf die V2-Produkte. C4C erhält weiterhin Releases, und Stand September 2026 hat SAP kein Wartungsende dafür angekündigt; es gibt also keine harte Frist, der Grund für den Wechsel ist der wachsende Funktionsabstand. Unsere Strategie für die Migration von C4C zu V2 beschreibt das Vorgehen, das wir anwenden.
2. Ist Composable Commerce jetzt der Standard?
In der Umfrage der MACH Alliance vom Januar 2025 gaben neun von zehn Organisationen, die Composable-Technologie (MACH) eingeführt hatten, an, dass sie ihre ROI-Erwartungen erfüllt oder übertroffen habe (MACH Alliance via Business Wire, 2025).
Die meisten neuen Projekte mit SAP Commerce Cloud, die wir 2025 skizzierten, waren von Beginn an composable: Commerce Cloud als Motor, das Frontend entkoppelt. Der Grund war eher Unabhängigkeit als technischer Ehrgeiz: Marken wollen ihren Shop ändern, ohne den Commerce-Kern anzufassen. Franke betreibt heute eine solche Headless-Plattform auf SAP Commerce Cloud (Franke-Referenz).
Rückblick (September 2026): Hat sich für Neubauten bestätigt, mit einer Einschränkung, die wir in Composable Commerce im B2B beschreiben: Es ist nicht für jeden B2B-Shop die richtige Antwort. Das grössere Ereignis war das Ende der Mainstream-Wartung für On-Premise SAP Commerce am 31. Juli 2026 (SAP Help), das viele Frontend-Entscheide in Migrationsentscheide verwandelte.
3. Warum wird die CDP zur zentralen Infrastruktur?
Die Customer Data Platform war früher ein Marketingwerkzeug. 2025 wurde sie zur gemeinsamen Datenschicht zwischen Commerce, Service und Marketing. Mit einem einheitlichen Kundenprofil können Sie auf Signale wie abgebrochene Warenkörbe, Serviceeskalationen oder Abwanderungsrisiko in allen Kanälen gleichzeitig reagieren.
Die SAP Customer Data Platform ist nativ an Engagement Cloud, Commerce Cloud und Service Cloud V2 angebunden und damit die naheliegende Wahl in einer SAP-Landschaft.
Rückblick (September 2026): Hat sich teilweise bestätigt. Unternehmen mit vielen Kanälen und Datenquellen haben sie wie erwartet eingeführt; für andere genügte zunächst ein sauberer Kunden- und Materialstamm in CRM und ERP. Die Kriterien beschreiben wir in Wann Sie SAP CDP wirklich brauchen.
4. Warum dehnt sich Marketing Automation ins B2B aus?
2025 hiess das Produkt noch SAP Emarsys und hatte sich im B2C-Detailhandel einen Namen gemacht. Wir sahen zunehmend B2B-Einsätze: Loyalty-Programme für Händler, Partnerkampagnen, Reaktivierungs-Journeys. Kombiniert mit B2B-Segmenten wie Kaufhäufigkeit, Produktkategorie und Kundendaten funktioniert die Personalisierung auch im B2B.
Rückblick (September 2026): Am 19. Februar 2026 hat SAP SAP Emarsys in SAP Engagement Cloud umbenannt; das bestehende Produkt läuft als Emarsys Edition weiter, dazu kommt eine neue Enterprise Edition für Organisationen mit mehreren Marken und Regionen (SAP News). Die ältere SAP Marketing Cloud erreicht im Dezember 2026 ihr Supportende, mit Engagement Cloud als Nachfolger. Details stehen in SAP Emarsys heisst jetzt SAP Engagement Cloud.
5. Ist die Integration weiterhin das grösste Risiko?
BCG stellte fest, dass mehr als zwei Drittel der grossen Technologieprogramme ihre Ziele bei Zeit, Budget oder Umfang verfehlen (BCG, 2024). Nach unserer Erfahrung ist die Integration in SAP-CX-Projekten der häufigste Grund.
In jeder Produktkategorie (Vertrieb, Service, Commerce, Marketing) wächst die Zahl der Verbindungen zwischen SAP CX, dem ERP und Fremdsystemen. Unternehmen, die SAP Integration Suite als verwaltete Integrationsschicht betreiben, liefern schneller und haben nach dem Go-live weniger Störungen. Unser Rat: Planen Sie die Integration als eigenen Arbeitsstrang, mit eigenem Zeitplan, eigenem Architekten und eigenen Tests.
Rückblick (September 2026): Unverändert, und genau deshalb liefern wir heute den ERP-Kern und den CX-Stack mit einem Team: Die meisten CX-Probleme, zu deren Lösung man uns holt, liegen an der Nahtstelle zum ERP. Wie das in der Praxis funktioniert, beschreibt S/4HANA Public Cloud und Sales Cloud V2 als ein integrierter Stack.
Das Integrationsrisiko ist am Ende eine Partnerfrage. Unser Vergleich der besten SAP CX Beratungen in der Schweiz zeigt, wonach Sie fragen sollten, und unsere Seite zur SAP CX Beratung Schweiz erklärt, wie ein Team den CX-Stack und das ERP dahinter abdeckt.
Häufige Fragen
Welcher dieser Trends hatte kurzfristig die grösste Wirkung?
KI-gestützter Vertrieb in Sales Cloud V2. Er wirkt direkt auf die Produktivität im Vertrieb, und der Wechsel von V1 zu V2 bot einen natürlichen Moment für die Einführung. Das gilt auch 2026, da neue KI-Funktionen für V2 gebaut werden.
Ist Composable Commerce nur für B2C relevant?
Nein. Composable-Projekte im B2B nehmen zu, besonders bei Herstellern und Händlern, die Produktkonfiguratoren, besondere Preislogik und kundenspezifische Kataloge zusätzlich zum Auftragsmanagement von Commerce Cloud brauchen.
Wie unterscheidet sich SAP CDP von einer eigenständigen CDP?
SAP CDP ist nativ an die SAP-CX-Produkte angebunden: Commerce Cloud, Engagement Cloud, Sales Cloud V2 und Service Cloud V2. Eigenständige CDPs wie Segment oder Tealium haben ein breiteres Ökosystem an Drittanbietern, brauchen aber mehr Integrationsarbeit mit SAP.
Was ist das grösste Integrationsrisiko in SAP-CX-Projekten?
Die ERP-Anbindung. Sales Cloud V2 oder Commerce Cloud an S/4HANA anzubinden bedeutet Mapping der Datenmodelle, Synchronisation der Stammdaten und Konfiguration der Middleware. Planen Sie das ab der ersten Woche als eigenen Arbeitsstrang.
Gilt dieser Ausblick 2026 noch?
Die Richtung ja, die Details nicht. Produktnamen und Daten haben sich geändert (Engagement Cloud, das Ende der On-Premise-Wartung für Commerce, das Ende von SAP Marketing Cloud). Unsere aktuelle Sicht finden Sie in Die Zukunft des CRM und SAP CX und in unserer Übersicht über die fünf SAP-CX-Lösungen.
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