SAP Emarsys heisst jetzt SAP Engagement Cloud: was sich ändert, was bleibt und was es bedeutet
CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz
Am 19. Februar 2026 hat SAP SAP Emarsys in SAP Engagement Cloud umbenannt und eine zweite Edition eingeführt, die Enterprise Edition. Für bestehende Kunden sind die technischen Folgen nahezu null. Für Unternehmen, die noch mit SAP Marketing Cloud arbeiten, ist die Umbenennung eine Erinnerung daran, dass ihre eigene Plattform im Dezember 2026 das Supportende erreicht.
Kurzfassung: SAP Emarsys heisst seit dem 19. Februar 2026 SAP Engagement Cloud. Das bestehende Produkt läuft unverändert als Emarsys Edition weiter; die neue Enterprise Edition ergänzt Governance für Organisationen mit mehreren Marken und Regionen. Bestehende Kunden behalten Funktionen, Integrationen und Verträge. Der eigentliche Handlungsbedarf betrifft SAP Marketing Cloud: Der Support endet im Dezember 2026, und wer noch nicht umgestellt hat, hat rund drei Monate Zeit.
Was ist am 19. Februar 2026 passiert?
SAP hat in Walldorf angekündigt, dass SAP Emarsys zu SAP Engagement Cloud wird. Die Ankündigung versteht Engagement als Fähigkeit des ganzen Unternehmens: personalisiertes, KI-gestütztes Engagement auf Basis von SAP Business Data Cloud, das Kundenwissen mit der operativen Ausführung verbindet. Zudem verweist SAP auf die Berücksichtigung der Plattform im Gartner Magic Quadrant 2026 für Personalization Engines.
Es gab weder eine Fusion noch einen Plattformwechsel. Produkt, Team und Infrastruktur bleiben; geändert haben sich Name, Positionierung und Editionsstruktur:
- Emarsys Edition: das bestehende Produkt SAP Emarsys. SAP hält ausdrücklich fest, dass alle bestehenden Funktionen verfügbar bleiben und Kunden Neues schrittweise übernehmen.
- Enterprise Edition: seit dem 19. Februar 2026 verfügbar, laut SAP mit erweiterten Administrations-, Governance- sowie Inhalts- und Datenkontrollfunktionen für Organisationen, die über mehrere Marken, Regionen und Teams hinweg arbeiten.
Warum «Engagement Cloud»?
Das Wort «Marketing» fehlt im neuen Namen, und das ist Absicht. Emarsys begann als Werkzeug für E-Mail- und Omnichannel-Marketing. Heute reagiert dieselbe Plattform auf Commerce-Ereignisse, Loyalty-Meilensteine und Servicesignale, und SAP will sie als Engagement-Ebene über den ganzen Kundenlebenszyklus verstanden wissen, nicht als Kampagnenwerkzeug der Marketingabteilung. Dieselbe Verschiebung sehen wir in unseren Projekten: Ein wachsender Teil der Automatisierungen, die wir bauen, wird durch eine Bestellung, eine Lieferung oder einen Servicefall ausgelöst, nicht durch einen Kampagnenkalender.
Der Name vervollständigt zudem die Produktfamilie. SAP Sales Cloud, SAP Service Cloud, SAP Commerce Cloud und nun SAP Engagement Cloud lesen sich als ein Portfolio, und der Bezug zu Business Data Cloud zeigt, woher die Daten für die Personalisierung kommen sollen.
Emarsys Edition vs. Enterprise Edition
Die beiden Editionen teilen eine Plattform. Sie unterscheiden sich in der Paketierung, in wenigen exklusiven Funktionen und in der Preismechanik:
| Emarsys Edition | Enterprise Edition | |
|---|---|---|
| Kernkanäle, Automatisierung, Segmentierung, Personalisierung | Enthalten | Enthalten |
| Paketierung | Kern plus einzeln lizenzierte Optionen | Ein Abonnement ohne separate Options-SKUs |
| Mehrere Marken oder Gesellschaften | Zusätzliche Business Units (eigene Tenants) | Business Areas innerhalb eines Tenants |
| Joule für das Kampagnenmanagement | Nicht verfügbar | Exklusiv (Early Adopter) |
| Verbrauchsmetrik | Kontakte (plus optionsspezifische Metriken) | Kontakte plus Capacity Units |
Der Umfang der Enterprise Edition ist in ihrer Feature Scope Description im SAP Help Portal dokumentiert. Den Vergleich der beiden Editionen, einschliesslich des Preisunterschieds nach Kontaktvolumen, finden Sie in SAP Engagement Cloud: Emarsys Edition vs. Enterprise Edition. Kurz gesagt: Unter rund 5 Millionen Kontakten und für Unternehmen mit einer oder wenigen Marken ist die Emarsys Edition meist die bessere Wahl.
Was ändert sich für bestehende Emarsys-Kunden?
Technisch fast nichts. Umbenennungen lösen mehr Sorgen aus, als sie verdienen, und diese hier ist harmlos.
Was gleich bleibt:
- Funktionen, Automatisierungen und die Taktikbibliothek
- APIs und bestehende Integrationen mit SAP Commerce Cloud, SAP CDP und Drittsystemen
- Ihre Vertragsbedingungen bis zur Erneuerung und Ihre Supportkanäle
Was sich ändert:
- Der Produktname in Dokumentation, auf Rechnungen und in der Kommunikation von SAP
- Das Branding in der Anwendung und in neuer Dokumentation, die von «SAP Engagement Cloud» spricht
Was Sie tun sollten:
- Interne Dokumentation und Schulungsunterlagen auf den neuen Namen anpassen
- Stakeholder informieren, dass die Umbenennung keine technischen Folgen hat
- Bei der nächsten Vertragserneuerung prüfen, ob die Enterprise Edition zu Ihrer Marken- und Governance-Struktur passt; für die meisten mittelständischen Unternehmen ändert das die Antwort nicht
Stecken Sie mitten in einer Einführung, machen Sie weiter. An Ihrer Architektur muss sich nichts ändern.
SAP Marketing Cloud: noch rund drei Monate
Das ist der dringende Teil. SAP Marketing Cloud, die frühere Cloud-Marketinglösung von SAP (nicht zu verwechseln mit Emarsys), erreicht im Dezember 2026 das Supportende. Ende September 2026 sind das noch zwei bis drei Monate. SAP positioniert SAP Engagement Cloud als strategische Engagement-Plattform, und sie ist das naheliegende Ziel für Marketing-Cloud-Kunden, die im SAP-Portfolio bleiben wollen.
Die beiden Produkte haben unterschiedliche Architekturen. Ein einfaches Umziehen gibt es deshalb nicht:
Was sich übernehmen lässt:
- Kontaktdaten und Segmente, per Export und Import oder über SAP CDP
- Historische Leistungsdaten, per Export
Was neu aufgebaut werden muss:
- Kampagnen und Marketingpläne, mit den Automatisierungen und vorgefertigten Taktiken der Engagement Cloud
- Integrationen, gegen die APIs und Konnektoren der Engagement Cloud
- Eigene Erweiterungen und Analyseanbindungen
- Das Einwilligungsmodell, im eigenen Consent-Framework der Engagement Cloud
Was sich typischerweise verbessert: Vorgefertigte Taktiken verkürzen den Weg zur ersten Live-Kampagne, Push, In-App und Web-Personalisierung sind nativ vorhanden, und die Commerce-Integration ist näher an Echtzeit.
Nach unserer Erfahrung dauert eine Migration von Marketing Cloud je nach Anzahl Kampagnen und Integrationen rund 8 bis 14 Wochen. Bei rund drei verbleibenden Monaten zählt die Reihenfolge mehr als die Eleganz des Plans:
- Diesen Monat: alle aktiven Kampagnen, Integrationen und Segmente inventarisieren und mit SAP klären, was Ihr Vertrag zur Übergangsphase sagt.
- Danach: umsatzkritische und rechtlich notwendige Kommunikation zuerst neu aufbauen (Transaktionsnachrichten, Einwilligungsverwaltung, die wichtigsten Umsatzautomatisierungen).
- Vor Jahresende: alt und neu für die kritischen Abläufe parallel betreiben, dann abschalten.
Was nicht geschäftskritisch ist, kann im neuen Jahr auf der neuen Plattform folgen. Wenn Sie in dieser Lage sind, kontaktieren Sie uns: In der Parallelphase zeigen sich die Überraschungen, und es ist besser, sie im November zu finden als im Januar.
Was das für den Wettbewerb bedeutet
Die Umbenennung stellt SAP Engagement Cloud direkter gegen die grossen Engagement-Plattformen. Salesforce verteilt sein Angebot auf mehrere Marketingprodukte plus Data Cloud; Adobe Journey Optimizer baut auf der Adobe Experience Platform auf; HubSpot und Klaviyo dominieren den Mittelstand und das Shopify-Umfeld; Braze ist stark bei App-zentrierten Marken. Das Argument von SAP ist nicht der beste E-Mail-Editor, sondern die Nähe zu Commerce-, ERP- und Servicedaten: Unternehmen, die bereits SAP einsetzen, können Engagement-Entscheide auf Bestell-, Liefer- und Serviceinformationen stützen, ohne ein zweites Datenökosystem aufzubauen.
Die Detailvergleiche finden Sie unter SAP Engagement Cloud vs. HubSpot, SAP Engagement Cloud vs. Klaviyo und in unserem Preisleitfaden.
Was Spadoom-Kunden jetzt tun sollten
Bestehende Emarsys-Kunden:
- Marketing und IT informieren, dass die Umbenennung eine Markenänderung ist, keine Migration
- Interne Dokumentation auf «SAP Engagement Cloud» umstellen
- Die Editionsfrage auf die Agenda der nächsten Vertragserneuerung setzen
Kunden der SAP Marketing Cloud:
- Die Inventur von Kampagnen, Segmenten und Integrationen diesen Monat abschliessen
- Die Übergangsbedingungen mit SAP klären
- Kritische Abläufe zuerst neu aufbauen und vor Dezember 2026 einen Parallelbetrieb einplanen
Das grössere Bild
SAP baut sein Customer-Experience-Portfolio zu einer verbundenen Suite aus: SAP Sales Cloud V2, SAP Service Cloud V2, SAP Commerce Cloud, SAP Customer Data Platform, SAP Loyalty und nun SAP Engagement Cloud, mit Business Data Cloud als gemeinsamer Datengrundlage. Der Nutzen der Engagement Cloud steigt mit jeder Verbindung zu den Systemen, die wissen, was der Kunde bestellt, erhalten oder reklamiert hat. Deshalb setzen wir sie zusammen mit der Commerce- und ERP-Seite um: Engagement-Projekte scheitern selten im Kampagnenwerkzeug, sondern dort, wo die Daten herkommen.
Einen Überblick über die Plattform gibt SAP Engagement Cloud (ehemals SAP Emarsys) erklärt, mehr auch auf unserer Lösungsseite zur SAP Engagement Cloud. Bei Fragen zu Ihrem Setup melden Sie sich bei uns.
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