SAP Customer Data Cloud (CDC): Identität, Einwilligung und CIAM erklärt
CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz
SAP Customer Data Cloud (CDC) ist das Angebot von SAP für Customer Identity and Access Management (CIAM). Sie regelt die Eingangstür: wie sich Kunden registrieren, anmelden, ihr Profil pflegen und ihre Einwilligungen steuern. Sie ist die Vertrauensschicht zwischen Ihnen und Ihren Kunden, und ohne dieses Vertrauen wirkt Personalisierung aufdringlich statt hilfreich.
Viele tun die CDC als «Login-Widget» ab. Sie ist deutlich mehr: Kunden registrieren sich einmal und erhalten Single Sign-on über Ihre Webshops, Apps und Portale, während Sie Daten, Berechtigungen und Präferenzen zentral steuern.
Kurzfassung: SAP Customer Data Cloud besteht aus drei Produkten: Customer Identity (Registrierung, Login, Single Sign-on, Profile), Customer Consent (Datenschutz, Einwilligungen, Präferenzen) und CIAM for B2B (Organisationen, delegierte Administration, Rollen). Sie macht Einwilligungen nach DSGVO und DSG zum Teil der Architektur, schützt Konten mit risikobasierter Authentifizierung und liefert Identität und Einwilligung an SAP Commerce Cloud, SAP Engagement Cloud und die SAP Customer Data Platform. Ein Standard-Rollout für B2C dauert typischerweise 6 bis 10 Wochen.
Was ist SAP Customer Data Cloud?
Die CDC ist aus Gigya hervorgegangen, das SAP 2017 übernommen hat, und ist im SAP Help Portal dokumentiert. SAP Help führt darunter drei Produkte: Customer Identity, Customer Consent und CIAM for B2B. Gemeinsam erfassen und verwalten sie Kundendaten über alle Kontaktpunkte hinweg (Websites, Apps, Portale, Social Logins), sodass aus einer Registrierung überall eine Identität wird.
Die CDC fügt sich in das übrige SAP-CX-Portfolio ein: Sie liefert Identität und Einwilligung an die Customer Data Platform zur Zusammenführung, an SAP Commerce Cloud für angemeldetes Einkaufen und an SAP Engagement Cloud (früher SAP Emarsys) für Kampagnen, die Einwilligungen respektieren.
Was leisten die drei Produkte?
Customer Identity
Die Ebene für Anmeldung und Profil. Kunden registrieren sich per E-Mail, Social Login oder passwortloser Anmeldung (FIDO) und erhalten Single Sign-on und Single Sign-out über alle angebundenen Anwendungen. Kein separates Konto mehr pro Shop oder Land.
Customer Identity hält auch das Profil, und die progressive Profilierung ist ihre nützlichste Technik. Statt eines Registrierungsformulars mit zwanzig Feldern, das Kunden abbrechen, sammelt die CDC Daten Schritt für Schritt: E-Mail und Passwort bei der Registrierung, die Lieferadresse bei der ersten Bestellung, Präferenzen ein paar Besuche später. Konfigurierbare Registrierungs- und Profilmasken legen fest, was in welcher Phase abgefragt wird. Wer nicht überrumpelt wird, gibt mehr preis.
Stimmt die Identität, funktioniert alles Nachgelagerte besser: Personalisierung, Servicekontext, Vertrauen. Stimmt sie nicht, haben Sie doppelte Konten und Kunden, die Ihnen nichts anvertrauen.
Customer Consent
Die Ebene für Datenschutz und Compliance. Sie erfasst Einwilligungen je Zweck (Marketing-E-Mail, SMS, personalisierte Werbung, Datenweitergabe), versioniert die Rechtstexte und führt einen Prüfpfad. Kunden können Einwilligungen jederzeit einsehen, ändern oder widerrufen und die Löschung ihrer Daten verlangen. Damit ist abgedeckt, was DSGVO und das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) an den Umgang mit Einwilligungen verlangen.
Meldet sich jemand vom E-Mail-Marketing ab, erreicht die Änderung jedes angebundene System. Genau diese Weitergabe unterscheidet ein echtes CIAM von einem Einwilligungshäkchen, das niemand pflegt.
CIAM for B2B
Die Ebene für Geschäftsbeziehungen. Sie bildet Geschäftspartner, deren Mitarbeitende und Organisationshierarchien ab und wendet feingranulare Berechtigungsregeln an. Die Administratorin des Kunden kann ihre Benutzer selbst verwalten (delegierte Administration), und Rollen legen fest, wer Preise sehen, bestellen oder Bestellungen freigeben darf. Wer je versucht hat, «Einkäufer der Niederlassung Frankfurt, darf Bestellungen bis EUR 50’000 freigeben» in einem Login-System für Konsumenten abzubilden, weiss, warum es dieses Produkt gibt.
Welche Sicherheitsfunktionen bietet die CDC?
Über alle drei Produkte hinweg schützt die CDC Konten weit über eine Passwortprüfung hinaus:
- Security-Dashboard: Überblick über Anmeldeversuche, verdächtige Aktivitäten und die Einhaltung von Richtlinien, damit Probleme auffallen, bevor sie zu Vorfällen werden.
- Risikobasierte Authentifizierung: Jede Anmeldung wird nach Gerät, Standort und Verhalten bewertet. Anmeldungen mit geringem Risiko laufen reibungslos, riskante lösen eine zusätzliche Prüfung aus.
- Schutz vor Kontoübernahme: erkennt und blockiert Versuche, Kundenkonten zu übernehmen, etwa mit anderswo abgeflossenen Zugangsdaten.
- Passwortregeln und Mehrfaktor-Authentifizierung: konfigurierbare Komplexitäts- und Verlaufsregeln, Zwei-Faktor-Authentifizierung und passwortlose Anmeldung nach FIDO.
Wo sitzt die CDC in der SAP-CX-Architektur?
Die CDC bildet das Fundament der kundennahen Systeme:
- SAP Commerce Cloud nutzt die CDC für Registrierung, Login und Einwilligung in den Shops
- SAP Engagement Cloud respektiert die in der CDC verwalteten Einwilligungen beim Kampagnenversand
- Die SAP CDP übernimmt Identität und Einwilligung aus der CDC zusammen mit CRM- und Verhaltensdaten (siehe SAP CDP vs. CDC und wann Sie eine CDP wirklich brauchen)
- SAP Sales Cloud V2 und SAP Service Cloud V2 arbeiten mit geprüften Kundenidentitäten, statt zu raten, welcher Datensatz der richtige ist
Ohne CDC verwaltet jedes System die Identität selbst. Die Folge sind doppelte Konten, widersprüchliche Einwilligungen und Lücken in der Compliance. Mit der CDC wird die Identität einmal verwaltet und überall genutzt. Bei Medion teilen sich fünf nationale Webshops mit früher getrennten Kundendatenbanken heute einen Identitätspool von 2,8 Millionen Konten und ein Einwilligungsschema. Bei SPAR wurde der CDC-Rollout über mehrere Länder möglich, nachdem die darunterliegende SAP-Commerce-Plattform aktualisiert war.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist SAP Customer Data Cloud?
SAP Customer Data Cloud ist das CIAM-Angebot von SAP. Sie besteht aus Customer Identity (Registrierung, Login, Single Sign-on, Profile), Customer Consent (Datenschutz, Einwilligungen, Präferenzen) und CIAM for B2B (Organisationen, delegierte Administration, Rollen), geschützt durch eine gemeinsame Sicherheitsebene.
Wie hilft die CDC bei der Einhaltung von DSGVO und DSG?
Die CDC erfasst Einwilligungen je Zweck mit versionierten Rechtstexten und vollständigem Prüfpfad und gibt Änderungen an die angebundenen Systeme weiter. Kunden können Einwilligungen im Self-Service einsehen, ändern oder widerrufen und die Löschung verlangen. Nach einem Widerruf verwenden die angebundenen Marketing-, Analyse- und Personalisierungssysteme die Daten für diesen Zweck nicht mehr.
Was unterscheidet die CDC von einem gewöhnlichen Login-System?
Ein gewöhnliches Login authentifiziert Benutzer, mehr nicht. Die CDC ergänzt Einwilligungsverwaltung, progressive Profilierung, risikobasierte Authentifizierung, Schutz vor Kontoübernahme, Social und passwortlose Anmeldung, Single Sign-on über Anwendungen hinweg und B2B-Organisationshierarchien.
Funktioniert die CDC ohne SAP CDP?
Ja. Die CDC arbeitet eigenständig als CIAM-Plattform, und viele Unternehmen beginnen nur mit der CDC für Registrierung, Einwilligung und Single Sign-on. Kommt später die CDP zur Datenzusammenführung dazu, wird die CDC zu einer ihrer Quellen.
Wie lange dauert eine CDC-Implementierung?
Ein Standard-Rollout für B2C mit Registrierung, Single Sign-on und Einwilligungsverwaltung dauert typischerweise 6 bis 10 Wochen. Mit CIAM for B2B, Organisationshierarchien und delegierter Administration verlängert er sich auf etwa 10 bis 14 Wochen. Programme über mehrere Märkte dauern länger, wenn bestehende Konten und Einwilligungen migriert werden müssen: Die Zusammenführung von fünf Märkten bei Medion lief in drei Phasen über zwölf Wochen.
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