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SAP CDP vs. CDC: Was beide leisten und wann Sie beide brauchen
Insights · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von Dario Pedol ·7 Min. Lesezeit

SAP CDP vs. CDC: Was beide leisten und wann Sie beide brauchen

Dario Pedol

Dario Pedol

CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz

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SAP hat zwei Produkte mit verwirrend ähnlichen Namen: die SAP Customer Data Platform (CDP) und die SAP Customer Data Cloud (CDC). Sie lösen unterschiedliche Probleme, dienen unterschiedlichen Nutzern und liegen auf unterschiedlichen Ebenen Ihrer Architektur. Weil beide «Customer Data» im Namen tragen, werden sie ständig verwechselt, und diese Verwechslung führt zu teuren Entscheidungen.

Viele Gespräche mit Interessenten beginnen mit «Wir brauchen eine CDP», obwohl zuerst die CDC gefragt wäre, oder umgekehrt. Dieser Beitrag trennt die beiden sauber.

Kurzfassung: Die CDC ist die Eingangstür: Registrierung, Login, Single Sign-on und Einwilligung, also der Teil, den Ihre Kunden sehen. Die CDP ist der Motor dahinter: Sie führt Daten aus CRM, ERP, Commerce, Marketing und der CDC selbst zu einheitlichen Profilen für Segmentierung und Aktivierung zusammen. Die meisten Unternehmen brauchen zuerst die CDC, denn eine CDP, die die falschen Personen zusammenführt, ist schlimmer als keine. Beide brauchen Sie, sobald eine an der Eingangstür erfasste Einwilligung in fünf oder mehr nachgelagerten Systemen durchgesetzt werden muss.

Was leistet die SAP CDP?

Die SAP Customer Data Platform holt Daten aus den Systemen, mit denen Ihr Unternehmen arbeitet, etwa SAP Sales Cloud V2, SAP Service Cloud, SAP Commerce Cloud, SAP Engagement Cloud (früher SAP Emarsys), dem ERP und Nicht-SAP-Quellen, und macht daraus ein Profil pro Kunde. Sie ist ein Backend-Werkzeug. Ihre Kunden sehen sie nie; Marketing, Verkauf und Analyse nutzen, was sie liefert.

Was die CDP tut:

  • Sie gleicht Identitäten ab und erkennt dieselbe Person über E-Mail, Telefon, Loyalty-ID, Website-Cookies und CRM-Datensätze hinweg
  • Sie reichert Profile mit Verhaltensdaten (Surfen, Käufe, Serviceinteraktionen) zu den Stammdaten an
  • Sie bildet dynamische Segmente, die sich mit dem Verhalten aktualisieren
  • Sie aktiviert Daten und übergibt Profile und Segmente an Engagement Cloud, Commerce Cloud, Werbeplattformen und Analysewerkzeuge
  • Sie setzt Einwilligungen zentral durch, sodass jedes nachgelagerte System den aktuellen Stand respektiert

SAP fasst das in drei Prinzipien: Unify, Respect, Activate. Ob Sie die CDP überhaupt brauchen, ist eine eigene Frage; die Antwort steht in unserem Beitrag Wann Sie die SAP CDP wirklich brauchen.

Was leistet die SAP CDC?

Die SAP Customer Data Cloud ist das Angebot von SAP für Customer Identity and Access Management (CIAM) und basiert auf der früheren Gigya-Technologie. Sie ist die Eingangstür Ihres Kundenerlebnisses: Registrierungsformulare, Login-Masken, Einwilligungsdialoge und Profilseiten. SAP Help führt darunter drei Produkte: Customer Identity, Customer Consent und CIAM for B2B.

Was die CDC tut:

  • Registrierung und Anmeldung mit Social Login, E-Mail und Passwort, passwortloser Anmeldung (FIDO) und Single Sign-on über mehrere Anwendungen
  • Einwilligungsverwaltung, die Einwilligungen nach DSGVO, Schweizer DSG und weiteren Datenschutzgesetzen erfasst, speichert und versioniert
  • Progressive Profilierung, die Daten schrittweise über mehrere Interaktionen sammelt, statt bei der Registrierung alles zu verlangen
  • Sicherheitsfunktionen wie risikobasierte Authentifizierung und Schutz vor Kontoübernahmen
  • B2B-Identität: Organisationshierarchien, delegierte Administration und rollenbasierter Zugriff für Geschäftskunden

Unser Beitrag zur CDC beschreibt jedes Produkt genauer.

Wie unterscheiden sich CDP und CDC?

SAP CDP vs. CDC: verschiedene Werkzeuge, verschiedene Aufgaben CDP CDC Hauptnutzer Sieht der Kunde sie? Kernfunktion Datenfluss Rolle bei Einwilligung Ergebnis Marketing, Analyse, Verkauf Nein, Backend-Werkzeug Daten zusammenführen + aktivieren Aus vielen Quellen, an viele Ziele Setzt Einwilligung nachgelagert durch Einheitliche Profile + Segmente Endkunden, IT-Sicherheit Ja: Login, Registrierung, Einwilligung Identitäts- und Einwilligungsverwaltung Erfasst an der Tür, liefert an die CDP Holt die Einwilligung beim Kunden ein Sichere Identitäts- und Einwilligungsdaten Die CDC erfasst und sichert Identitätsdaten. Die CDP führt sie zusammen und aktiviert sie. Grundlage: SAP-Produktdokumentation und Projekterfahrung von Spadoom
Die CDP führt Daten im Backend zusammen, die CDC verwaltet Identitäten auf der Kundenseite. Die meisten Unternehmen brauchen zuerst die CDC.

Wie arbeiten die beiden zusammen?

Die stärkste Architektur nutzt beide, mit der CDC als einer der Quellen der CDP. Die CDC erfasst Identität, Anmeldeereignisse und Einwilligungen auf der Kundenseite; die CDP verbindet sie mit CRM-, Commerce- und Servicedaten.

Der Datenfluss:

  1. Der Kunde registriert sich über die CDC (Social Login, E-Mail oder passwortlos).
  2. Die CDC hält die Einwilligung fest: welche Kanäle, welche Daten, wie lange.
  3. Die CDP übernimmt Identität und Einwilligung aus der CDC, dazu Käufe aus Commerce Cloud, die Servicehistorie aus Service Cloud und Kampagnenreaktionen aus Engagement Cloud.
  4. Die CDP baut aus allen Quellen ein Profil.
  5. Die CDP übergibt Segmente an Engagement Cloud für Kampagnen, an Commerce Cloud für Personalisierung und an Service Cloud für den Kontext.
  6. Ändert der Kunde seine Präferenzen in der CDC, gibt die CDP die Änderung an jedes nachgelagerte System weiter.

Die Einhaltung von DSGVO und DSG wird damit zur Eigenschaft der Architektur statt zu einer Tabelle, die jemand vor dem Audit zusammenstellt. Die Reihenfolge zählt in der Praxis: Bei Medion haben wir zuerst 2,8 Millionen Konten aus fünf Märkten in einem CDC-Identitätspool mit einem einheitlichen Einwilligungsschema zusammengeführt. Erst danach konnte das Marketing Segmente über alle fünf Märkte bilden.

Womit sollten Sie beginnen?

Nicht jeder braucht beide ab dem ersten Tag.

Beginnen Sie mit der CDC, wenn:

  • Sie eine konforme Registrierung und Einwilligungsverwaltung nach DSGVO und DSG brauchen
  • Sie ein Kundenportal, einen Webshop oder ein Kundenbindungsprogramm lancieren
  • derselbe Kunde in mehreren Shops, Marken oder Ländern existiert und das nicht soll
  • Sie noch keine fünf oder mehr Datenquellen zusammenführen müssen

Beginnen Sie mit der CDP, wenn:

  • Kundendaten bereits in fünf oder mehr getrennten Systemen liegen
  • das Marketing ohne manuelle Exporte keine kanalübergreifenden Segmente bilden kann
  • Sie deutlich über 200’000 Profile verwalten, die bereinigt werden müssen
  • die Identität bereits gelöst ist (CDC oder Gleichwertiges) und die Aktivierung fehlt

Führen Sie beide ein, wenn:

  • Sie Governance von der Erfassung bis zur Aktivierung brauchen
  • eine an der Eingangstür erfasste Einwilligung überall nachgelagert gelten muss
  • Sie ein durchgängiges Kundenerlebnis über Commerce, Marketing und Service aufbauen

Die Wahl des Partners für diese Schicht ist eine eigene Frage; unser Vergleich der SAP CIAM- und CDP-Partner in der Schweiz und DACH zeigt, was Sie prüfen sollten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen SAP CDP und CDC?

Die CDC verwaltet, wer der Kunde ist: Registrierung, Login, Single Sign-on, Einwilligung und Präferenzen, alles für den Kunden sichtbar. Die CDP verwaltet, was der Kunde tut: Sie führt Daten aus vielen Systemen zu Profilen und Segmenten für Marketing, Analyse und Personalisierung zusammen, und der Kunde sieht sie nie.

Können CDP und CDC unabhängig voneinander arbeiten?

Ja. Die CDP wurde auf der technischen Grundlage der CDC gebaut, beide werden aber als eigene Produkte lizenziert und betrieben. Viele Unternehmen starten nur mit der CDC für Identität und Einwilligung. Die CDP kann Daten aus der CDC übernehmen, funktioniert aber auch mit Identitätssystemen anderer Hersteller. Zusammen ergeben sie das stärkste Setup: Die CDC erfasst Identität und Einwilligung, die CDP führt die Daten zusammen und aktiviert sie.

Welche der beiden sorgt für DSGVO- und DSG-Konformität?

Beide tragen dazu bei. Die CDC holt die Einwilligung direkt beim Kunden ein, speichert sie mit Prüfpfad und lässt Kunden ihre Präferenzen einsehen und ändern. Die CDP setzt diese Einwilligung in jedem nachgelagerten System durch, sodass Marketing, Analyse und Personalisierung nur nutzen, was der Kunde erlaubt hat.

Brauche ich SAP Commerce Cloud, um CDP oder CDC zu nutzen?

Nein. Beide lassen sich mit SAP- und Nicht-SAP-Systemen integrieren. Die CDC kann die Identität für jede Webanwendung, App oder jedes Portal verwalten, und die CDP kann Daten aus jedem System mit API aufnehmen. Die Integration mit Commerce Cloud ist bewährt, aber keine Voraussetzung.

Wie lange dauert die Einführung?

Ein Standard-Rollout der CDC für B2C mit Registrierung, Einwilligung und Single Sign-on dauert typischerweise 6 bis 10 Wochen. Die erste Phase der CDP (Anbindung der Quellen, Abgleichsregeln und einfache Segmentierung) dauert typischerweise 3 bis 6 Monate. Wenn Sie beide einführen, kommt die CDC zuerst, damit die CDP auf einer sauberen Identität aufbaut; Programme über mehrere Märkte dauern länger, weil Identitäten abgeglichen und Einwilligungen migriert werden müssen.

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