SAP C4C Leitfaden: Was es war, was es ablöst und was jetzt zu tun ist
CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz
Wer heute nach «SAP C4C» sucht, gehört meist zu einer von zwei Gruppen. Entweder Sie betreiben C4C und fragen sich, wie es weitergeht, oder Sie haben den Namen gehört und möchten wissen, was dahintersteckt.
Die kurze Antwort: C4C läuft weiter, und SAP wartet es, aber der Nachfolger heisst SAP Sales Cloud V2 und SAP Service Cloud V2. V2 ist kein Upgrade mit neuer Versionsnummer, sondern ein neues Produkt mit anderer Codebasis und anderem Datenmodell, und dort bringt SAP seine neuen CRM-Funktionen unter.
Kurzfassung: SAP C4C (Cloud for Customer) ist SAPs erstes Cloud-CRM, lanciert 2011. Die Nachfolger Sales Cloud V2 und Service Cloud V2 sind ein kompletter Neubau auf SAP BTP mit REST-APIs, einer Fiori-basierten Oberfläche und Joule. C4C wird weiterhin unterstützt, und Stand September 2026 hat SAP kein Wartungsende angekündigt. Wenn Sie C4C betreiben, können Sie den Wechsel nach Ihrem eigenen Zeitplan angehen, sollten ihn aber als Neuimplementierung planen, nicht als Upgrade.
Was war SAP C4C?
SAP Cloud for Customer (C4C) kam 2011 als SAPs erstes Cloud-CRM auf den Markt. Es vereinte Vertrieb und Service auf einer Plattform und trug im Lauf der Zeit mehrere Namen:
- 2011: Lancierung als SAP Cloud for Customer
- Mitte der 2010er-Jahre: vermarktet als SAP Hybris Cloud for Customer
- 2018: positioniert als SAP Sales Cloud und SAP Service Cloud innerhalb der C/4HANA-Suite
- Ab 2023: SAP führt Sales Cloud V2 und Service Cloud V2 als Nachfolger ein; C4C heisst seither oft «V1»
C4C hat SAP in den Markt für Cloud-CRM gebracht. Mit der Zeit zeigte die Architektur aber ihr Alter: APIs kamen nachträglich dazu, die Oberfläche war älter als das heutige Fiori-Design, und Erweiterungen mussten über das PDI/SDK in der Anwendung selbst leben. Was einfach sein sollte, etwa eine saubere ereignisbasierte Integration, brauchte oft Umwege.
Was löst C4C ab, und warum?
SAP hat sich für einen Neubau entschieden, statt weiter zu flicken. Diese Änderungen zählen in der Praxis.
API-first-Architektur. Jedes Geschäftsobjekt in V2 ist über REST-APIs verfügbar, dokumentiert im SAP Business Accelerator Hub. Auch C4C hatte APIs, aber mit lückenhafter Abdeckung. Integrationen und Automatisierung sind in V2 berechenbarer.
Fiori-basierte Oberfläche. V2 folgt SAPs aktuellem Designsystem. Sie ist responsiv, auf allen Geräten einheitlich und leichter zu lernen. Aussendienstmitarbeitende nutzen sie auf dem Smartphone ohne zusätzliche Apps. Womit Anwenderinnen und Anwender im Alltag arbeiten, zeigt unser Handbuch zu Funktionen und Bedienung von Sales Cloud V2.
Erweiterungen auf BTP. Anpassungen in V2 laufen als Side-by-Side-Erweiterungen auf SAP BTP, der Kern bleibt sauber und updatefähig. In C4C lebten Erweiterungen in der Anwendung, was manche Kunden vorsichtig machte, jedes Release einzuspielen.
KI dort, wo SAP investiert. C4C hat einige eingebettete KI-Funktionen, etwa Lead- und Opportunity-Scoring. Die neue Generation, Joule und Joule-Agenten, zielt auf V2. Unser Praxisleitfaden zu Joule zeigt, was heute funktioniert.
Ein saubereres Datenmodell. Kundeneigene Objekte, Felder und Beziehungen sind einfacher zu verwalten als in C4C. Der Preis: Nichts lässt sich eins zu eins abbilden.
Wie sieht eine Migration von C4C zu V2 aus?
Es ist eine Migration, kein Upgrade. Es gibt keinen Upgrade-Knopf. Kerndaten (Kunden, Kontakte, Opportunities) werden mit SAPs Readiness Check und dem Data Transfer Tool übertragen; Konfiguration, Erweiterungen und Workflows werden neu gebaut. Unser Schritt-für-Schritt-Leitfaden zum DTT zeigt, wie das Werkzeug funktioniert.
Planen Sie für den Vertrieb 3 bis 6 Monate. Eine fokussierte Migration (Kern-CRM, Datenmigration, grundlegende Neukonfiguration) dauert 3 bis 4 Monate. Komplexe Erweiterungen, mehrere Schnittstellen oder ein Rollout über mehrere Länder verlängern sie auf über 6 Monate. Eine kombinierte Migration von Vertrieb und Service dauert meist länger; unser Leitfaden zur Migrationsstrategie gliedert sie in fünf Phasen.
Bereinigen Sie vor der Migration. Übertragen Sie keine schlechten Daten. Nutzen Sie die Migration, um doppelte Kunden, unvollständige Kontakte und uneinheitliche Verkaufsphasen zu bereinigen. In C4C aufzuräumen ist viel einfacher als nach dem Import.
Gehen Sie in Phasen vor. Starten Sie in V2 zuerst mit den Kernfunktionen und übernehmen Sie weitergehende Konfiguration und Erweiterungen in einer zweiten Phase. Der Versuch, vor dem Start 100 % von C4C nachzubauen, ist die häufigste Ursache für verpasste Termine.
Einen Vergleich Funktion für Funktion finden Sie in SAP Sales Cloud V2 vs. C4C: Was sich wirklich geändert hat.
Was können Sie heute mit Sales Cloud V2 tun?
Pipeline- und Opportunity-Management. Konfigurierbare Verkaufsphasen, gewichtete Prognosen und Pflichtfeldprüfungen. Die Geschäftsleitung sieht die Pipeline in Echtzeit statt in einer monatlichen Tabelle. Bei Nussbaum Matzingen war volle Transparenz über die Pipeline der Hauptgrund für das Projekt; V2 war dort nach fünf Monaten produktiv.
KI-Unterstützung mit Joule. Abfragen in natürlicher Sprache, Zusammenfassungen von Opportunities, Vorschläge für Aktivitäten und E-Mail-Entwürfe direkt in der V2-Oberfläche. Der Umfang hängt von Lizenz und Release ab; prüfen Sie die V2-Dokumentation für Ihren Mandanten.
Mobiler Zugriff. Die Oberfläche funktioniert auf Smartphones und Tablets, Aussendienstmitarbeitende aktualisieren eine Opportunity direkt nach dem Termin. Bei intelligentfood haben wir auf BTP mobile Aussendienst-Apps für die Besuchsplanung ergänzt.
ERP-Integration. SAP liefert Standard-Integrationsinhalte zwischen V2 und S/4HANA für Kunden, Produkte, Preise und Aufträge, meist über SAP Integration Suite. Sie brauchen trotzdem Mapping, Fehlerbehandlung und Monitoring. Wenn Sie auch S/4HANA Public Cloud planen, lesen Sie, wie beide als integrierter Stack zusammenarbeiten.
Gebiets- und Quotenmanagement. Gebiete nach Region, Produktlinie oder namentlich zugeordneten Kunden, mit Verfolgung der Quoten.
Was sollten Sie tun, wenn Sie noch auf C4C sind?
Keine Panik, aber auch kein Aussitzen. SAP unterstützt C4C weiterhin, und Stand September 2026 ist kein Wartungsende angekündigt. Neue Funktionen gehen aber an V2, und der Abstand wächst mit jedem Release. Prüfen Sie im SAP Roadmap Explorer die Funktionen, auf die Sie angewiesen sind. Ein konkretes Datum gibt es bereits: SAP Jam Collaboration, Teil des V1-Pakets, ist ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr zugänglich (Release-Übersicht).
Bewerten Sie Ihr heutiges System. Dokumentieren Sie Anpassungen, Schnittstellen und Erweiterungen. Entscheiden Sie, was V2 per Konfiguration abdeckt und was neu gebaut werden muss. Viele C4C-Anpassungen entpuppen sich als Workarounds für Grenzen der Plattform, die V2 gelöst hat.
Beginnen Sie mit einem Pilot. Stellen Sie zuerst ein Team oder eine Region um. Validieren Sie den Ablauf, schulen Sie Key User und bauen Sie internes Wissen auf, bevor Sie vollständig ausrollen.
Planen Sie Budget für die Datenbereinigung ein. Betrachten Sie die Migration als Chance, die Datenqualität zu verbessern. Eine bessere Gelegenheit bekommen Sie nicht.
Unser V1-zu-V2-Vergleich und der V1-zu-V2-Assistent helfen Ihnen, den Wechsel abzuschätzen, bevor Sie mit jemandem sprechen.
Sie brauchen Unterstützung bei der Planung Ihrer Migration von C4C zu V2? Wir zeigen Ihnen, was für Ihren Zeitplan und Ihr System realistisch ist. Nehmen Sie Kontakt auf.
Häufig gestellte Fragen
Unterstützt SAP C4C noch?
Ja. SAP wartet C4C (Sales und Service Cloud V1) weiterhin und liefert regelmässige Releases, neue Innovation wie Joule und Joule-Agenten fliesst aber in V2. Stand September 2026 hat SAP kein Wartungsende für C4C angekündigt. Planen Sie Ihre Migration vorausschauend und nach Ihrem eigenen Zeitplan, statt auf einen Stichtag zu warten.
Kann ich C4C und V2 während der Migration parallel betreiben?
Ja, und wir empfehlen es. Ein Parallelbetrieb von einigen Wochen erlaubt es, die V2-Konfiguration zu validieren, Anwender zu schulen und Daten vor der Umstellung zu vergleichen. Beide Systeme können in dieser Zeit Stammdaten aus demselben S/4HANA-Backend lesen.
Was passiert mit meinen C4C-Anpassungen in V2?
Sie lassen sich nicht direkt übernehmen. PDI/SDK-Erweiterungen, Mashups und Workflow-Regeln werden mit V2-Konfiguration oder als Side-by-Side-Erweiterungen auf SAP BTP neu gebaut. Viele entpuppen sich als Workarounds, die V2 im Standard abdeckt, der Neubau ist deshalb oft kleiner als erwartet.
Was kostet eine Migration von C4C zu V2?
Das hängt von kundeneigenen Objekten, Schnittstellen, Datenvolumen und Anzahl Anwender ab. Eine fokussierte Migration mit Kern-CRM, einer ERP-Schnittstelle und sauberen Daten ist deutlich günstiger als ein System mit vielen PDI-Erweiterungen und Schnittstellen. Eine Discovery-Phase von 2 bis 4 Wochen liefert eine verlässliche Schätzung. Zu den Lizenzkosten finden Sie mehr in unserem Preisleitfaden zu Sales Cloud V2.
Was ist der Unterschied zwischen C4C, C/4HANA und SAP CX?
C4C (Cloud for Customer) war das Produkt. C/4HANA war 2018 der Name der Suite, die es mit Commerce-, Marketing- und Kundendatenprodukten bündelte. SAP CX (Customer Experience) ist heute der Oberbegriff für SAPs kundennahe Cloud-Produkte, darunter Sales Cloud V2, Service Cloud V2, Commerce Cloud, SAP Engagement Cloud (vormals SAP Emarsys), die Customer Data Platform und SAP Customer Identity.
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