SAP Sales Cloud V2 vs. C4C: Was sich wirklich geändert hat
CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz
Ihr C4C-System läuft, und SAP wartet es weiterhin. Was es nicht mehr bekommt, ist SAPs Aufmerksamkeit: Neue Funktionen, darunter Joule und die neuen KI-Agenten, entstehen für Sales Cloud V2. Die nützliche Frage ist deshalb nicht, ob V2 auf dem Papier besser ist, sondern was sich für Ihr Team ändert und was ein Wechsel kostet.
Dieser Beitrag vergleicht die beiden Produkte Funktion für Funktion und zeigt die Risiken, die wir einplanen, wenn ein Kunde den Wechsel prüft. Wer V2 zuerst für sich allein kennenlernen möchte, beginnt besser mit unserem Handbuch zu Funktionen und Bedienung von Sales Cloud V2.
Kurzfassung: Sales Cloud V2 ist ein neues Produkt auf SAP BTP, kein Upgrade von C4C. Datenmodell, APIs, Erweiterungen und Administration funktionieren anders, ein Wechsel ist also eine Neuimplementierung: Planen Sie rund 4 bis 6 Monate, reservieren Sie Budget für die Schnittstellen und beginnen Sie mit einer Discovery-Phase. C4C wird weiterhin unterstützt; Stand September 2026 hat SAP kein Wartungsende für V1 angekündigt.
Was ist SAP C4C?
SAP C4C (SAP Cloud for Customer) ist SAPs erstes Cloud-CRM, 2011 lanciert, und vereint Vertrieb und Service auf einer Plattform. Es trug mehrere Namen: SAP Cloud for Customer zum Start, SAP Hybris Cloud for Customer Mitte der 2010er-Jahre und ab 2018 SAP Sales Cloud und SAP Service Cloud innerhalb der C/4HANA-Suite. Seit 2023 heissen die Nachfolger SAP Sales Cloud V2 und SAP Service Cloud V2, deshalb nennt man C4C heute oft «V1». SAP wartet C4C weiterhin und hat bis September 2026 kein Wartungsende angekündigt.
Warum hat SAP sein CRM neu gebaut, statt C4C weiterzuentwickeln?
C4C war als Monolith gebaut: eigenes UI-Framework, eigenes Datenmodell und ein proprietäres Erweiterungsmodell namens PDI. Das funktionierte, aber wer es erweitern wollte, musste SAPs Werkzeuge lernen und mit ihren Grenzen leben. SAP hat entschieden, diese Architektur nicht weiter zu flicken, und V2 von Grund auf neu gebaut.
Sales Cloud V2 ist ein anderes Produkt auf einem anderen Stack. Der Name signalisiert Kontinuität, darunter hat sich fast alles geändert:
- Die Oberfläche folgt dem SAP-Fiori-Design und ist komplett neu.
- Erweiterungen laufen auf SAP BTP, neben der Anwendung, nicht in ihr.
- Die APIs sind REST-basiert und im SAP Business Accelerator Hub dokumentiert.
- Das Datenmodell ist sauberer, aber nicht kompatibel mit dem von C4C.
Das ist die gute Nachricht. Der Haken: Der Wechsel ist ein eigenes Projekt, kein Versionssprung.
Was ist in V2 besser?
Die Oberfläche. Schneller, konsistent und auf dem Smartphone brauchbar. Für Aussendienstmitarbeitende, die zwischen zwei Terminen eine Opportunity aktualisieren, zählt das mehr als jede Funktionsliste.
API-Abdeckung. Jedes Geschäftsobjekt in V2 ist über REST-APIs erreichbar. In C4C brauchten manche Vorgänge OData-Umwege. Für Integrationsteams ist das die spürbarste Verbesserung.
Erweiterbarkeit über BTP. Statt in der PDI-Sandbox laufen V2-Erweiterungen auf SAP BTP mit Standardwerkzeugen: CAP, Node.js, Java, Cloud Foundry. Wer immer wieder an die Grenzen von PDI gestossen ist, merkt hier den Unterschied.
KI dort, wo SAP investiert. C4C hat einige eingebettete KI-Funktionen, etwa Lead- und Opportunity-Scoring. Die neue Generation (Joule, KI-gestützte Zusammenfassungen und E-Mail-Entwürfe, Joule-Agenten) zielt auf V2. Unser Praxisleitfaden zu Joule zeigt, was heute in einem V2-Mandanten funktioniert.
Performance. Seitenaufbau, Suche und Listen sind spürbar schneller. Für Teams, die den ganzen Tag im CRM arbeiten, summiert sich das.
Integrationsinhalte für S/4HANA. SAP liefert Standard-Integrationsinhalte zwischen V2 und S/4HANA für Kunden, Produkte, Preise und Aufträge. Das verkürzt das Projekt, braucht aber weiterhin Mapping, Konfiguration und Monitoring. Wenn S/4HANA Public Cloud in Ihrer Planung steht, lesen Sie, wie beide als integrierter Stack zusammenarbeiten.
Was hat sich geändert, ohne besser oder schlechter zu werden?
Manche Änderungen sind weder Fortschritt noch Rückschritt. Einplanen müssen Sie sie trotzdem.
Datenmodell. Kundeneigene Objekte, Felder und Beziehungen müssen neu gestaltet, nicht kopiert werden. In unseren Projekten beansprucht das Datenmodell-Mapping 30 bis 40 % des Discovery-Aufwands.
Kein PDI. In PDI gebaute C4C-Erweiterungen lassen sich nicht übernehmen. Sie werden als BTP-Anwendungen neu gebaut. Danach sind sie leichter zu warten, aber es ist neue Entwicklungsarbeit.
Administration. Workflows, Zuordnungsregeln und Benachrichtigungen werden anders konfiguriert. Ihr Admin-Team braucht die Schulung vor dem Go-live, nicht danach.
Reporting. Die Analysen in V2 sind neu gebaut, C4C-Berichte und -Dashboards werden nicht übernommen. Wenn Ihre Geschäftsleitung auf bestimmte C4C-Berichte angewiesen ist, listen Sie diese in der Discovery auf und bauen Sie jene neu, die noch gelesen werden.
Worauf sollten Sie achten?
Funktionslücken. V2 deckt noch nicht jede C4C-Funktion ab. SAP schliesst Lücken von Release zu Release. Prüfen Sie deshalb im SAP Roadmap Explorer und in der V2-Dokumentation die Funktionen, auf die Sie angewiesen sind, bevor Sie sich auf einen Termin festlegen. Eine aktuelle Liste führen wir in unserer ehrlichen Einschätzung der Grenzen von V2.
Kundeneigene Objekte. Das Framework für kundeneigene Objekte ist in V2 anders. In jeder Migrations-Discovery führen wir dazu einen eigenen Workshop durch, weil hier die meisten Überraschungen entstehen.
Schnittstellen neu bauen. API-Endpunkte, Authentifizierung und Datenformate haben sich geändert. Wenn C4C mit Ihrem ERP, Marketing-Tools oder externen Systemen spricht, muss jede dieser Verbindungen geprüft werden. Die Integrationsfläche ist meist grösser, als der Projektplan annimmt.
Akzeptanz bei den Anwendern. Die Oberfläche unterscheidet sich so stark, dass es strukturierte Schulungen braucht. Ähnliches Branding heisst nicht vertraute Masken. Beginnen Sie das Change-Management mit dem Projektstart.
Was zeigen unsere V2-Projekte?
Unsere veröffentlichten V2-Referenzen sind nicht von C4C gestartet, die Lehre lässt sich aber direkt übertragen.
Bei Nussbaum Matzingen, einem Verpackungshersteller, lagen die Kundendaten in Excel, Outlook und SAP ECC. Wir haben Sales Cloud V2 in fünf Monaten eingeführt, drei Datenquellen zusammengeführt und auf BTP eine CTI-Integration und einen KI-Lead-Service ergänzt.
Bei intelligentfood haben wir die Sales-&-Service-Plattform in drei Monaten geliefert, die Daten aus dem Altsystem migriert und mobile Aussendienst-Apps auf BTP gebaut, angebunden an S/4HANA Public Cloud über SAP Integration Suite.
Beide Projekte bestätigen denselben Punkt: V2 belohnt Teams, die es als neue Implementierung behandeln. Ein C4C-Kunde bringt mehr Vorgeschichte mit (kundeneigene Objekte, PDI-Code, Schnittstellen). Umso wichtiger ist die Discovery.
Wie gehen Sie die Migration an?
-
Zuerst die Discovery. Erfassen Sie, was Sie heute in C4C nutzen: Standardfunktionen, kundeneigene Objekte, PDI-Erweiterungen, Schnittstellen und Berichte. Entscheiden Sie, was übernommen wird, was V2 im Standard abdeckt und was wegfällt. Das dauert meist 2 bis 4 Wochen. SAPs Readiness Check Tool hilft bei der Bestandsaufnahme (Release-Übersicht). Wenn Sie diese Bestandsaufnahme nicht selbst machen wollen: Unser dreitägiges V2 Migration Readiness Assessment liefert sie zusammen mit einem abgegrenzten Migrationsplan.
-
Priorisieren. Beginnen Sie mit dem Kernprozess im Vertrieb und ergänzen Sie den Rest in Phasen. Projekte, die vor dem Start 100 % von C4C nachbauen wollen, verpassen ihre Termine.
-
Parallelbetrieb. Lassen Sie C4C laufen, bis V2 validiert ist. Behandeln Sie die Datenmigration als eigenen Arbeitsstrang; unser Schritt-für-Schritt-Leitfaden zum DTT zeigt, wie das Data Transfer Tool dabei hilft.
-
Von Anfang an BTP. Bauen Sie Erweiterungen ab dem ersten Tag auf BTP. Bilden Sie keine PDI-Muster in neuer Verpackung nach.
-
Anwender früh einbinden. Holen Sie Key User schon im Design in eine V2-Sandbox. Ihr Feedback prägt die Konfiguration, solange Änderungen noch günstig sind.
Lohnt sich der Aufwand?
Für die meisten C4C-Kunden ja, aber nicht um jeden Preis und nicht überstürzt. V2 hat die modernere Architektur, sauberere APIs und echte Erweiterbarkeit, und SAP bringt seine neuen Funktionen dort unter. Der Wechsel ist ein Projekt mit Discovery, Design, Umsetzung und Change-Management. Wer das einplant, profitiert. Wer ein Upgrade per Knopfdruck erwartet, wird enttäuscht.
Weil für C4C kein Enddatum angekündigt ist, können Sie den Zeitpunkt selbst wählen. Nutzen Sie diese Freiheit für eine gute Vorbereitung. Unser V1-zu-V2-Vergleich und der V1-zu-V2-Assistent helfen beim Einschätzen, und der Leitfaden zur Migrationsstrategie beschreibt die fünf Phasen im Detail.
Sie planen die Migration von C4C zu V2? Vergleichen wir Ihr Setup mit dem, was V2 heute bietet.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Migration von C4C zu Sales Cloud V2?
Rechnen Sie mit rund 4 bis 6 Monaten bis zum ersten Go-live und danach 2 bis 3 Monaten Optimierung und schrittweisem Ausrollen. Die Dauer hängt weniger vom Grundsetup ab als davon, wie viele kundeneigene Objekte, PDI-Erweiterungen und Schnittstellen neu gestaltet werden müssen.
Kann ich meine C4C-Daten direkt nach V2 übernehmen?
Nicht eins zu eins. V2 hat ein anderes Datenmodell, jedes Objekt braucht Mapping, Transformation und Validierung. SAPs Readiness Check und das Data Transfer Tool helfen bei den Standardobjekten (Kunden, Kontakte, Opportunities). Bereinigen Sie Dubletten und tote Datensätze vorher in C4C; das ist viel einfacher als die Bereinigung nach dem Import.
Funktionieren meine C4C-Schnittstellen mit V2?
Nein. V2 hat andere API-Endpunkte, eine andere Authentifizierung und andere Datenformate. Jede Schnittstelle muss geprüft werden, die meisten neu gebaut. Als Planungsregel: Reservieren Sie bei zehn oder mehr Schnittstellen 20 bis 30 % des Projektbudgets dafür.
Was passiert mit meinen PDI-Erweiterungen?
Sie lassen sich nicht übernehmen. PDI-Logik wird als Side-by-Side-Erweiterung auf SAP BTP neu gebaut, meist mit CAP in Node.js oder Java. Nutzen Sie den Neubau, um Erweiterungen zu streichen, die nur Lücken kompensierten, die V2 heute im Standard abdeckt.
Unterstützt SAP C4C noch?
Ja. SAP liefert weiterhin regelmässige C4C-Releases und Wartung, neue Innovation wie Joule und Joule-Agenten fliesst aber in V2. Stand September 2026 hat SAP kein Wartungsende für V1 angekündigt. Den aktuellen Stand finden Sie in der C4C-Dokumentation und bei Ihrem SAP-Ansprechpartner.
Was ist der Unterschied zwischen C4C, C/4HANA und SAP CX?
C4C (Cloud for Customer) war das Produkt. C/4HANA war 2018 der Name der Suite, die es mit Commerce-, Marketing- und Kundendatenprodukten bündelte. SAP CX ist heute der Oberbegriff für SAPs kundennahe Cloud-Produkte, darunter Sales Cloud V2, Service Cloud V2, Commerce Cloud und SAP Engagement Cloud.
Fragen Sie Spadoom
Antworten auf Basis dessen, was Spadoom auf dieser Website veröffentlicht hat, mit Links zu den Quellseiten.
Versuchen Sie eine dieser Fragen
KI-generierte Antworten. Vor Entscheidungen prüfen. Fragen werden anonym und ohne IP-Adresse gespeichert, damit wir unsere Inhalte verbessern können. Bitte geben Sie keine Personendaten ein.
SAP Sales Cloud V2 Implementierungspartner
Spadoom ist Ihr SAP Sales Cloud V2 Implementierungspartner in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien. 14 Wochen Median-Go-Live. Live-Kunden in der gesamten DACH-Region.
Verwandte Artikel
Von Excel zu SAP Sales Cloud V2: Ein Migrationsleitfaden für KMU
Läuft Ihre Vertriebspipeline noch in Tabellen? Ein praktischer Leitfaden für den Umstieg auf SAP Sales Cloud V2: Bereinigung, Konfiguration, Datenimport, Schulung und Go-live, ohne Enterprise-Komplexität.
Migration von SAP C4C zu Sales & Service Cloud V2: Warum Strategie wichtiger ist als Tempo
SAPs neue CRM-Funktionen fliessen in Sales und Service Cloud V2, während C4C ohne angekündigtes Enddatum weiterläuft. Eine Migrationsstrategie in fünf Phasen, die kaputte Schnittstellen und Budgetüberschreitungen vermeidet.
Warum Ihre CRM-Daten nur so gut sind wie Ihr Datenfundament
Adoptionsprobleme, verfehlte Forecasts, enttäuschende KI-Funktionen: Die Ursache ist meist ein Datenfundament, das niemandem gehört, nicht das CRM. Die Lösung in der Reihenfolge, die funktioniert.