SAP Sales Cloud V2 Funktionen: Das Anwender-Handbuch
Principal SAP Consultant, Spadoom AG
SAP Sales Cloud V2 ist SAPs CRM der aktuellen Generation für Vertriebsteams. Ob Sie es evaluieren, von V1 (C4C) wechseln oder einfach verstehen wollen, was es kann: Dieses Handbuch deckt die Funktionen ab, die im Alltag zählen, basierend auf unseren Projekten bei Herstellern, Händlern und Dienstleistern in der DACH-Region.
Kurzfassung: Sales Cloud V2 ist SAPs neu gebautes CRM auf SAP BTP: REST-APIs, eine Fiori-basierte Oberfläche, Joule als KI-Assistent und Standard-Integrationsinhalte für S/4HANA. Es löst C4C ab, das SAP weiterhin wartet. Eine fokussierte Einführung dauert rund 4 bis 6 Monate. Beginnen Sie mit dem Pipeline-Management, bringen Sie das Team in die tägliche Nutzung und ergänzen Sie den Rest in Phasen.
Was ist SAP Sales Cloud V2?
V2 ist ein kompletter Neubau, kein Upgrade der älteren Plattform C4C (Cloud for Customer). Das betrifft, wie Sie es konfigurieren, erweitern und integrieren. Es gehört zum Customer-Experience-Portfolio von SAP (SAP CX), zu dem auch diese Produkte gehören:
- SAP Service Cloud V2 für Kundenservice und Fallbearbeitung
- SAP Commerce Cloud für B2B- und B2C-E-Commerce
- SAP Engagement Cloud (vormals SAP Emarsys) für Marketing-Automatisierung
- SAP Customer Data Platform für einheitliche Kundenprofile
Das Kürzel «V2» steht für eine neue Architektur. Wer unterschätzt, was das bedeutet, hat im ersten Projekt die grössten Schwierigkeiten.
Was kann Sales Cloud V2?
Opportunity- und Pipeline-Management. Verfolgen Sie Geschäfte vom Lead bis zum Abschluss mit konfigurierbaren Phasen, gewichteten Prognosen und Pflichtfeldprüfungen. Die Pipeline-Ansicht aktualisiert sich in Echtzeit, niemand muss den monatlichen Excel-Bericht neu bauen.
Kunden- und Kontaktmanagement. Ein vollständiges Bild jedes Kunden: Interaktionshistorie, offene Opportunities, Servicefälle und verknüpfte Kontakte. Kundenhierarchien bilden komplexe B2B-Strukturen ab, etwa Gruppen mit mehreren Tochtergesellschaften.
KI-Unterstützung mit Joule. In Sales Cloud V2 beantwortet Joule Fragen in natürlicher Sprache, fasst Opportunities zusammen, schlägt Aktivitäten vor und entwirft E-Mails. Was in Ihrem Mandanten verfügbar ist, hängt von Lizenz und Release ab; die V2-Dokumentation nennt den aktuellen Umfang, und unser Praxisleitfaden zu Joule zeigt, was in der Praxis funktioniert. Unser Joule-Navigator zeigt, welche Joule-Assistenten verfügbar sind und welche SAP erst angekündigt hat.
Mobile Nutzung. Die Fiori-basierte Oberfläche funktioniert auf Tablets und Smartphones, Aussendienstmitarbeitende aktualisieren Opportunities direkt nach dem Kundenbesuch. Bei intelligentfood haben wir zusätzlich zum Standard mobile Apps auf SAP BTP für die Besuchsplanung gebaut.
Forecasting. Die KI-gestützte Prognose analysiert Pipeline-Daten und markiert gefährdete Opportunities. Geben Sie ihr einige Monate saubere Daten, bevor Sie ein Quartal darauf planen.
Gebiets- und Quotenmanagement. Weisen Sie Gebiete zu, setzen Sie Quoten und verfolgen Sie die Zielerreichung, nach Region, Produktlinie oder namentlich zugeordneten Kunden.
Was unterscheidet V2 vom alten C4C?
Die Unterschiede zu V1 (C4C) sind architektonisch, nicht kosmetisch.
API-first-Architektur. Jedes Geschäftsobjekt in V2 ist über REST-APIs verfügbar, dokumentiert im SAP Business Accelerator Hub. C4C hatte APIs, aber mit lückenhafter Abdeckung, und Integrationen brauchten oft Umwege.
Fiori-basierte Oberfläche. V2 folgt SAPs aktuellem Designsystem: responsiv, auf allen Geräten einheitlich und im Einklang mit anderen SAP-Produkten.
Erweiterungen auf BTP. Anpassungen laufen als Side-by-Side-Erweiterungen auf SAP BTP, der Kern bleibt sauber und updatefähig. In C4C lebten Erweiterungen in der Anwendung, was manche Kunden zögern liess, jedes Release einzuspielen.
KI dort, wo SAP investiert. Joule und die neuen Joule-Agenten sind für V2 gebaut, C4C behält seine älteren eingebetteten KI-Funktionen.
Ein saubereres Datenmodell. Kundeneigene Objekte, Felder und Beziehungen sind einfacher zu verwalten, aber nichts lässt sich eins zu eins aus C4C übernehmen.
Den vollständigen Vergleich finden Sie in SAP Sales Cloud V2 vs. C4C: Was sich wirklich geändert hat.
Wie lange dauert die Einführung?
Das sind realistische Bandbreiten aus unseren Projekten, nicht aus SAPs Verkaufsfolien:
Fokussierte Einführung (4 bis 6 Monate). Pipeline-Management, Kundenhierarchie, mobiler Zugriff und S/4HANA-Integration für Stammdaten. Bei Nussbaum Matzingen, einem Verpackungshersteller ohne zentrales CRM, waren wir nach fünf Monaten produktiv und haben drei Datenquellen zusammengeführt.
Mittlerer Umfang (6 bis 9 Monate). Alles oben Genannte plus erweitertes Forecasting, Gebietsmanagement, eigene Berichte und Anbindung an Marketing oder Service.
Rollout im Konzern (9 bis 12 Monate). Einführung in mehreren Ländern, komplexe Genehmigungsabläufe, umfangreiche Datenmigration, eigene BTP-Erweiterungen und Schulungen in allen Regionen. Wer mit einem Festpreis beginnen will: Unser Readiness Assessment für die Migration von V1 zu V2 prüft Ihre Landschaft in 3 Tagen für CHF 7’500, angerechnet an die V2-Einführung.
Das grösste Terminrisiko ist nicht technisch, sondern der wachsende Umfang. Beginnen Sie mit der Pipeline, bringen Sie das Team in die tägliche Nutzung und ergänzen Sie den Rest, wenn Sie wissen, was die Leute brauchen. Unser Implementierungsleitfaden geht die Phasen im Detail durch.
Wie funktioniert die Lizenzierung?
SAP Sales Cloud V2 wird pro Anwender und Vertragslaufzeit lizenziert. SAP veröffentlicht keine einheitliche Preisliste für alle Editionen und Pakete; der Endpreis hängt von der Anzahl Anwender, der Vertragsdauer, gebündelten Produkten (etwa Service Cloud V2) und den KI-Berechtigungen ab. Joule und einige KI-Funktionen können zusätzliche Berechtigungen erfordern. Klären Sie diese im selben Angebot, nicht später.
Unser Preisleitfaden zu Sales Cloud V2 erklärt die Kostenbestandteile und Richtwerte. Für eine verbindliche Zahl fragen Sie SAP oder Ihren Implementierungspartner nach einem Angebot für Ihre Anwender und Ihren Umfang.
Wie sieht eine erfolgreiche Einführung aus?
Die Projekte, die funktionieren, haben einige Muster gemeinsam.
Beginnen Sie mit der Pipeline. Transparenz in der Pipeline bringt zuerst Nutzen und gibt Ihrem Team einen Grund, das System täglich zu öffnen. Wenn sich die Verkäufer in den ersten zwei Wochen nicht täglich anmelden, gehen Sie der Ursache nach.
Investieren Sie in Datenqualität. Wenn Sie von Tabellen kommen, planen Sie viel Zeit für die Bereinigung ein; unser Leitfaden für die Migration von Excel zu Sales Cloud V2 zeigt, wie. Die Datenbereinigung kann länger dauern als die Konfiguration selbst.
Konfigurieren statt programmieren. V2 bietet umfangreiche Konfiguration: eigene Felder, eigene Objekte, Workflow-Regeln und Genehmigungsprozesse. Nutzen Sie diese, bevor Sie Code schreiben. Starke Anpassungen bremsen Updates und erhöhen die Wartungskosten.
Schulen Sie ehrlich. Zeigen Sie Ihrem Team, was V2 kann und was nicht. Positionieren Sie es als Zeitsparer, nicht als Kontrollinstrument; sobald die Verkäufer an Überwachung denken, sinkt die Nutzung. Unsere Einschätzung der Grenzen von V2 hilft, Erwartungen richtig zu setzen.
Messen Sie Nutzung, nicht nur Anmeldungen. Verfolgen Sie, wie viele Verkäufer jede Woche im System arbeiten. Sinkt die Nutzung nach dem ersten Monat, prüfen Sie zuerst Datenqualität und Erwartungen.
Sie prüfen SAP Sales Cloud V2 für Ihr Team? Wir zeigen Ihnen, was für Ihre Teamgrösse, Ihren Zeitplan und Ihre SAP-Landschaft realistisch ist. Nehmen Sie Kontakt auf.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich SAP Sales Cloud V2 von Salesforce?
V2 ist für Unternehmen gebaut, deren Auftrags-, Preis- und Produktdaten in SAP liegen: SAP liefert Standard-Integrationsinhalte für S/4HANA, Erweiterungen laufen auf SAP BTP, und Service Cloud V2 teilt dieselbe Plattform. Salesforce bietet einen grösseren App-Marktplatz und mehr Partner, die Anbindung an ein SAP-ERP ist dort aber ein eigenes Integrationsprojekt. Vergleichen Sie die Gesamtkosten inklusive Integration und Betrieb, nicht nur den Lizenzpreis. Unser Vergleich Sales Cloud V2 und Salesforce geht ins Detail.
Können wir von C4C (V1) zu V2 migrieren?
Ja, aber es ist eine Migration, kein Upgrade. SAPs Readiness Check und das Data Transfer Tool übertragen Kerndaten wie Kunden, Kontakte und Opportunities; Konfiguration und Erweiterungen werden in der Architektur von V2 neu gebaut. Starten Sie mit den Kernfunktionen und übernehmen Sie weitergehende Konfiguration in einer zweiten Phase. Der Leitfaden zur Migrationsstrategie beschreibt die Phasen.
Eignet sich Sales Cloud V2 für kleine Unternehmen?
Ja, wenn der Umfang fokussiert bleibt. Am schnellsten rechnet sich V2 für Unternehmen, die bereits ein SAP-ERP betreiben oder planen, weil die Integrationsinhalte Aufwand sparen. Für ein kleines Team ohne SAP im Backoffice lohnt sich ein ehrlicher Vergleich der Gesamtkosten mit einfacheren CRM-Systemen.
Welche Integrationen unterstützt V2 im Standard?
SAP liefert Standard-Integrationsinhalte für S/4HANA (Kunden, Produkte, Preise, Aufträge), und V2 teilt seine Plattform mit Service Cloud V2. SAP Engagement Cloud und die SAP Customer Data Platform werden über SAPs Integrationsszenarien angebunden. Alles andere, etwa Microsoft 365, Telefonie oder Eigenentwicklungen, läuft über die REST-APIs von V2 und SAP Integration Suite. Wenn S/4HANA Public Cloud in Ihrer Planung steht, lesen Sie, wie beide als integrierter Stack zusammenarbeiten.
Wie schlägt sich die KI von V2 im Vergleich?
Joule beantwortet Fragen in natürlicher Sprache, fasst Opportunities zusammen, schlägt Aktivitäten vor und entwirft E-Mails direkt in der V2-Oberfläche, und SAPs neue Joule-Agenten zielen auf V2. Salesforce und Microsoft bieten vergleichbare Assistenten in ihren CRM-Systemen. Der Vorteil von Joule ist der SAP-Kontext: Es arbeitet auf demselben Datenmodell wie Ihre SAP-Prozesse, was vor allem zählt, wenn auch Ihr ERP von SAP ist.
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