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SAP Engagement Cloud (Emarsys) vs. Standalone-Marketing-Automation: So entscheiden Sie
Insights · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von Dario Pedol ·7 Min. Lesezeit

SAP Engagement Cloud (Emarsys) vs. Standalone-Marketing-Automation: So entscheiden Sie

Dario Pedol

Dario Pedol

CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz

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SAP Engagement Cloud (vormals SAP Emarsys) ist die bessere Wahl, wenn Ihre Kunden- und Auftragsdaten bereits in SAP-Systemen liegen und Sie Kampagnen über mehrere Kanäle fahren. Ein eigenständiges Tool wie HubSpot, Mailchimp, Braze oder Klaviyo ist die bessere Wahl, wenn Sie nicht mit SAP arbeiten, hauptsächlich E-Mails versenden oder mit kleinem Budget in zwei Wochen startklar sein müssen. Wir implementieren Engagement Cloud, und wir sagen Interessenten auch, wenn sie es nicht brauchen.

SAP hat Emarsys im Februar 2026 in SAP Engagement Cloud umbenannt. Das bestehende Produkt läuft als Emarsys Edition weiter, daneben gibt es eine neue Enterprise Edition. Dieser Vergleich betrifft die Emarsys Edition, die die meisten mittelständischen Unternehmen kaufen. Wenn Sie die beiden Editionen gegeneinander abwägen, lesen Sie zuerst unseren Editionsvergleich.

Kurzfassung: Wählen Sie Engagement Cloud, wenn SAP-Systeme (Commerce, S/4HANA, Sales Cloud V2) Ihre Kundendaten liefern und Sie E-Mail, SMS, Push, Web-Personalisierung und Werbe-Zielgruppen aus denselben Segmenten steuern wollen. Wählen Sie ein Standalone-Tool, wenn Sie nicht mit SAP arbeiten, E-Mail Ihr Hauptkanal ist, Ihr Kontaktbestand klein ist oder Budget und Tempo zählen. Entscheidend sind Ihre Systemlandschaft und Ihre Daten, nicht die Funktionsliste.

Was leistet SAP Engagement Cloud?

Engagement Cloud ist eine Omnichannel-Plattform für die Kundenansprache: E-Mail, SMS, Push-Nachrichten, In-App-Nachrichten, Web-Personalisierung und die Verwaltung von Werbe-Zielgruppen über eine Oberfläche. SAP dokumentiert das Produkt im SAP Help Portal.

Was sie von den meisten Standalone-Tools unterscheidet:

  • Vorgefertigte Taktiken. Engagement Cloud bringt eine Bibliothek sofort einsetzbarer Programme mit (Warenkorbabbruch, Rückgewinnung, Nachkauf, Geburtstag). Sie konfigurieren diese, statt sie von Grund auf zu bauen.
  • SAP-Integrationsinhalte. Für SAP Commerce Cloud stellt SAP eine vorgefertigte Integration für Kunden, Bestellungen und Ereignisse bereit. Auftragsdaten aus S/4HANA oder Account-Daten aus Sales Cloud V2 laufen meist über die SAP Integration Suite oder den Verkaufsdaten-Upload; der Integrationsleitfaden listet die Optionen. Das bleibt Projektarbeit, aber deutlich weniger als eine Eigenentwicklung.
  • Einheitliche Kundenprofile. E-Mail-Interaktionen, Web-Verhalten, Kaufhistorie und CRM-Aktivitäten landen in einem Profil, das die Segmentierung über alle Kanäle steuert.
  • Umsatzzuordnung. Kampagnen werden an Kaufdaten aus Ihrem Commerce- oder ERP-System gemessen, nicht nur an Öffnungen und Klicks.
  • KI-Funktionen. Prädiktive Segmentierung, Produktempfehlungen und KI-gestützte Auswertungen gehören zur Plattform, und SAP baut sie laufend aus (siehe das SAP CX Release Q4 2025).

Was können Standalone-Tools gut?

Standalone-Tools haben ihren Marktanteil verdient, weil sie Marketing-Automation für Teams jeder Grösse zugänglich machen, und einige davon sind hervorragend.

HubSpot Marketing Hub:

  • Stark für Unternehmen, die Marketing, Vertrieb und Service ohne SAP auf einer Plattform wollen.
  • Content-Management und Blog-Werkzeuge sind integriert.
  • Ein kostenloser Einstiegsplan, mit dem kleine Teams ohne Investition starten können.
  • Ein ausgereiftes API-Ökosystem mit Hunderten fertiger Integrationen.
  • Ein sehr gutes Onboarding: Ein Marketingteam kann innerhalb weniger Tage produktiv arbeiten.

Mailchimp:

  • Schwer zu schlagen für einfaches E-Mail-Marketing mit kleinem Budget.
  • Einfach, schnell und im Betrieb fast ohne technisches Wissen nutzbar.
  • Ausreichend für Unternehmen mit einem Kanal (E-Mail) und einfacher Segmentierung.

Braze:

  • Gebaut für Mobile-first-Kommunikation (Push, In-App, SMS).
  • Ereignisverarbeitung in Echtzeit: Nachrichten gehen Sekunden nach einer Nutzeraktion raus.
  • Stark bei Consumer-Apps, Gaming- und Medienunternehmen.

Klaviyo:

  • Tiefe Integration mit Shopify und E-Commerce.
  • Umsatz-pro-E-Mail-Auswertungen, die Direct-to-Consumer-Marken schätzen.
  • Ein Flow-Builder, mit dem auch Marketingleute ohne Technikhintergrund gern arbeiten.

Niemand sollte diese Tools abtun, nur weil sie nicht von SAP sind. Jedes ist sehr gut in dem, wofür es gebaut wurde.

Wann lohnt sich Engagement Cloud?

1. Sie arbeiten bereits mit SAP

Wenn Ihr ERP von SAP ist, Ihr E-Commerce auf SAP Commerce Cloud läuft und Ihr CRM SAP Sales Cloud V2 ist, schafft Engagement Cloud einen Datenkreislauf, den Standalone-Tools kaum nachbilden können.

Ein Kunde bestellt in Commerce Cloud. Der Auftrag fliesst nach S/4HANA. Das Kundenprofil in Engagement Cloud wird aktualisiert, und ein Nachkauf-Programm schickt Produktempfehlungen auf Basis dessen, was der Kunde tatsächlich gekauft hat, nicht auf Basis von geschätztem Verhalten. Wie das mit Auftragsdaten aus S/4HANA Public Cloud funktioniert, auch für B2B-Bestellungen per Telefon oder EDI, beschreiben wir in Marketing auf echtem Umsatz.

Denselben Kreislauf mit HubSpot und SAP zu bauen, braucht eigene Integration, Middleware, Datenmapping und laufende Wartung. Bei Engagement Cloud liefert SAP den Grossteil der Integrationsinhalte mit.

2. Sie brauchen mehrere Kanäle

Wenn Sie nur E-Mails versenden, brauchen Sie Engagement Cloud nicht; Mailchimp genügt.

Wenn Sie E-Mail, SMS, Push, Web-Personalisierung und die Synchronisierung von Werbe-Zielgruppen brauchen, alle aus denselben Segmenten gesteuert, liefert Engagement Cloud das aus einer Plattform. Standalone-Tools können das auch, aber Sie kombinieren dann drei oder vier Produkte und pflegen die Schnittstellen dazwischen selbst. Dieser Aufwand wächst jedes Jahr.

3. Sie wollen fertige Programme statt einer leeren Leinwand

Die meisten Marketing-Automation-Plattformen liefern einen E-Mail-Editor und einen Automatisierungs-Editor und überlassen Ihnen den Rest.

Engagement Cloud bringt vorgefertigte taktische Programme mit. «Warenkorbabbruch für den Handel» ist nicht bloss eine Vorlage: Es enthält empfohlenes Timing, Kanalwahl und Personalisierungslogik. Sie passen es an, statt es zu entwerfen.

Für Marketingteams mit knapper Besetzung, und das sind die meisten, ist das ein echter Beschleuniger. Die ersten Programme laufen deutlich früher, als wenn jedes einzeln von Grund auf entworfen werden müsste.

4. Umsatzzuordnung ist wichtig

Wenn die Geschäftsleitung fragt, welchen Umsatz das Marketing gebracht hat, und Ihr heutiges Tool mit Öffnungsraten antwortet, fehlt etwas.

Engagement Cloud ordnet Kampagnenaktivitäten den Transaktionen aus Ihren Commerce- und ERP-Daten zu. Bei Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen wird Marketing so vom Kostenblock zum Umsatzbeitrag, und genau über diesen Punkt will ein CFO sprechen.

Wann gewinnen Standalone-Tools?

Engagement Cloud ist nicht immer die Antwort. In diesen vier Situationen ist ein Standalone-Tool die bessere Wahl.

1. Sie arbeiten nicht mit SAP

Engagement Cloud funktioniert auch ausserhalb der SAP-Welt. Ihre grössten Vorteile (SAP-Commerce-Integration, mit CRM-Daten angereicherte Profile, ERP-gestützte Umsatzzuordnung) kommen aber erst zum Tragen, wenn SAP-Systeme sie speisen.

Besteht Ihre Landschaft aus Shopify, HubSpot CRM und Stripe, bringt Engagement Cloud gegenüber Klaviyo oder HubSpot nicht genug, um Kosten und Einführungsaufwand zu rechtfertigen.

2. Sie brauchen Einfachheit

Engagement Cloud ist eine vollwertige Enterprise-Plattform. Sie braucht eine Implementierung, Schulung und jemanden, der Segmentierungslogik und Automatisierungsabläufe versteht.

Besteht Ihr Marketingteam aus zwei Personen, die einen wöchentlichen Newsletter und monatliche Aktionen verschicken, ist Mailchimp das richtige Tool: nicht weil es besser ist, sondern weil es verhältnismässig ist. Engagement Cloud für 5’000 Kontakte und nur E-Mail einzusetzen, ist, als würde man einen Lastwagen kaufen, um Briefe zuzustellen.

3. Das Budget ist knapp

Engagement Cloud ist als Enterprise-Plattform bepreist. Für ein Unternehmen mit 10’000 Kontakten, das nur E-Mails verschickt, liegen die Kosten pro Kontakt deutlich höher als bei Mailchimp oder Brevo (vormals Sendinblue).

Die Rechnung ändert sich bei Omnichannel-Kampagnen über mehrere hunderttausend Profile mit SAP-Integration. Bei kleineren Volumen geht sie selten auf. Unser Preis- und Kostenleitfaden zeigt, wie die Lizenz skaliert.

4. Sie sind Mobile-first

Ist Ihr Hauptkanal eine App (Push, In-App-Nachrichten, Auslöser in Echtzeit), ist Braze genau dafür gebaut. Engagement Cloud kann Mobile, aber die Echtzeit-Ereignisarchitektur von Braze ist für App-Kommunikation mit hoher Frequenz ausgereifter.

Wie unterscheidet sich der Integrationsaufwand?

Bei der Integration liegen die langfristigen Kosten, deshalb lohnt es sich, konkret zu werden, was SAP-Integration in der Praxis bedeutet.

Engagement Cloud vs. Standalone-Tools: Entscheidungsmatrix Engagement Cloud Standalone Passung zum SAP-Umfeld Omnichannel (5+ Kanäle) Umsatzzuordnung Zeit bis zum Nutzen Kosten (kleine Teams) Vorgefertigte Taktiken ★★★★★ SAP-Integration ★★★★★ Integriert ★★★★★ ERP-basiert ★★ ★ ★★★★★ Taktik-Bibliothek ★ ★★★ Mehrere Tools ★★★ Geschätzt ★★★★★ Tage ★★★★★ Gratis-Einstieg ★★★ Vorlagen Engagement Cloud führt bei SAP-Daten und mehreren Kanälen. Standalone gewinnt bei Tempo und Kosten. Einschätzung von Spadoom auf Basis von Herstellerdokumentation und Projekterfahrung, kein Benchmark
Engagement Cloud ist dort am stärksten, wo der SAP-Datenkreislauf besteht. Standalone-Tools gewinnen bei kleineren Teams in Tempo und Kosten.

Engagement Cloud und SAP Commerce Cloud: Produktkatalog-Synchronisierung, Bestellereignisse und Kundenregistrierung laufen über die vorgefertigte Integration von SAP. Warenkorbabbruch-Auslöser nutzen echte Warenkorbdaten, Empfehlungen die tatsächliche Kaufhistorie. Die Einrichtung ist eine Frage von Konfiguration und Tests, typischerweise Wochen statt Monate.

HubSpot und SAP Commerce Cloud: Hier braucht es Middleware (SAP Integration Suite, MuleSoft oder eigenen Code). Sie bauen und pflegen jedes Datenmapping selbst. Warenkorbereignisse brauchen einen eigenen Webhook, Produktdaten einen geplanten Synchronisierungsjob. Die Einrichtung dauert Wochen bis Monate, und die Wartung hört nie auf.

Beide Wege funktionieren. Über drei bis fünf Jahre ist einer klar einfacher und günstiger im Betrieb. Deshalb gehört die Integrationsfrage in den Lizenzvergleich und nicht ans Ende.

Wie sollten Sie entscheiden?

Wählen Sie Engagement Cloud, wenn:

  • Ihre Kernsysteme von SAP sind (ERP, Commerce, CRM)
  • Sie mehrere Kanäle brauchen (E-Mail, SMS, Push, Web, Werbung)
  • Ihr Kontaktbestand 100’000 übersteigt
  • Umsatzzuordnung eine geschäftliche Anforderung ist
  • Ein Marketingteam von drei oder mehr Personen die Plattform täglich nutzt

Wählen Sie ein Standalone-Tool, wenn:

  • Sie nicht oder nur wenig mit SAP arbeiten
  • E-Mail Ihr Haupt- oder einziger Kanal ist
  • Ihr Kontaktbestand unter 50’000 liegt
  • Das Budget die wichtigste Einschränkung ist
  • Sie in zwei Wochen startklar sein müssen, nicht in zwei Monaten

Beides kann passen, wenn:

  • Sie mit SAP arbeiten, aber bescheidene Anforderungen an Marketing-Automation haben
  • Sie eine SAP-Migration planen und sich Optionen offenhalten wollen
  • Sie eine gemischte Landschaft mit einzelnen SAP-Komponenten betreiben

Unsere Sicht

Wir implementieren SAP Engagement Cloud und sehen die Resultate unter den richtigen Voraussetzungen: SAP-Systeme, die sie speisen, mehrere Kanäle, ein grosser Kontaktbestand und ein Marketingteam, das die Plattform richtig nutzt. Weil wir auch die ERP- und CRM-Systeme implementieren, aus denen die Daten stammen, beurteilen wir diesen Datenkreislauf von beiden Seiten; unser Leitfaden zu Engagement-Cloud-Partnern in der Schweiz und im DACH-Raum erklärt, warum das wichtig ist.

Wir haben Interessenten aber auch geraten, bei HubSpot oder Mailchimp zu bleiben, wenn Engagement Cloud überdimensioniert gewesen wäre. Das richtige Tool ist das, das zu Ihrer Situation passt, und das sagen wir weiterhin, auch wenn es uns ein Projekt kostet.

FAQ

Soll ich von HubSpot auf SAP Engagement Cloud wechseln?

Nur wenn Sie auf SAP umsteigen oder bereits damit arbeiten und Kundenansprache über E-Mail hinaus brauchen. HubSpot ist eine hervorragende eigenständige Plattform. Der Wechsel lohnt sich, wenn Sie die SAP-Integration, die vorgefertigten Programme und die Umsatzzuordnung von Engagement Cloud tatsächlich nutzen. Bleiben Sie bei Shopify und HubSpot CRM, behalten Sie HubSpot.

Funktioniert Engagement Cloud ohne SAP-Systeme?

Ja. Sie läuft als eigenständige Plattform und bindet Nicht-SAP-Systeme über APIs an. Ihre wichtigsten Unterscheidungsmerkmale (Synchronisierung von SAP-Commerce-Daten, ERP-gestützte Umsatzzuordnung, mit CRM-Daten angereicherte Profile) kommen aber nur mit SAP-Systemen zum Tragen. Ohne sie zahlen Sie Enterprise-Preise für Funktionen, die Sie anderswo günstiger bekommen.

Wie lange dauert eine Einführung von Engagement Cloud?

Eine Standardeinführung dauert 6 bis 10 Wochen, inklusive Einrichtung des Kontos, Datenintegration, Kampagnenkonfiguration und Schulung des Teams. Mit Integration von SAP Commerce Cloud und S/4HANA sollten Sie 8 bis 12 Wochen einplanen. Standalone-Tools wie Mailchimp oder HubSpot sind innerhalb von Tagen bis zwei Wochen einsatzbereit.

Wie gross ist der tatsächliche Kostenunterschied zwischen Engagement Cloud und Standalone-Tools?

Engagement Cloud wird als Enterprise-Plattform lizenziert, typischerweise ab einem fünfstelligen Betrag pro Jahr, abhängig von Kontaktvolumen und Kanälen. Mailchimp und HubSpot bieten beide kostenlose Einstiegspläne und günstige Bezahlstufen (prüfen Sie die aktuellen Preislisten). Mit wachsendem Volumen schrumpft der Abstand: Bei mehreren hunderttausend Kontakten über mehrere Kanäle kann eine Plattform weniger kosten als drei oder vier Standalone-Tools samt ihren Schnittstellen.

Eignet sich Engagement Cloud für B2B-Marketing oder nur für B2C?

Die vorgefertigten Taktiken und Empfehlungen stammen aus dem B2C-Umfeld: Handel, E-Commerce und Konsumgütermarken. B2B-Lebenszyklusprogramme auf ERP-Auftragsdaten (Nachbestellung, Cross-Selling, Rückgewinnung) funktionieren aber ebenfalls gut, wie unser Beitrag zu S/4HANA-Verkaufsdaten zeigt. Für Lead-Scoring, Account-based Marketing und die Übergabe an den Vertrieb deckt SAP Sales Cloud V2 die B2B-Seite ab; ausserhalb von SAP sind Tools wie HubSpot oder Marketo gängige Alternativen.

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