Kundenaufträge aus SAP Sales Cloud V2 in S/4HANA Public Cloud: So funktioniert die Standardintegration
SAP Technology Lead S/4HANA, Spadoom AG
Um einen Kundenauftrag aus SAP Sales Cloud V2 an SAP S/4HANA Cloud Public Edition zu senden, nutzen Sie den Standard-Integrationsinhalt von SAP in der SAP Integration Suite. Es gibt zwei Wege. Der Verkauf legt aus einem genehmigten Angebot einen Folgeauftrag in S/4HANA an, oder er erfasst einen Kundenauftrag in Sales Cloud V2, simuliert ihn gegen S/4HANA und überträgt ihn. In beiden Fällen legt S/4HANA den Auftrag an, und seine Nummer kommt ins CRM zurück.
TL;DR: Weg eins ist der Folgeauftrag aus dem Angebot. Weg zwei ist der CRM-Kundenauftrag mit Simulieren und Übertragen, der in der Public Edition zusätzlich die Auftragsreplikation von S/4HANA zurück nach Sales Cloud V2 braucht. In S/4HANA laufen Simulation und Übertragung über das Kommunikationsszenario SAP_COM_0109, der Rückweg über SAP_COM_0287. Nichts funktioniert, bevor Geschäftspartner, Produkte, Organisationsdaten und Codelisten auf beiden Seiten übereinstimmen. Nach der Übertragung wird der Auftrag in S/4HANA geändert, nicht im CRM.
Meine Kollegen haben das Umfeld beschrieben: Sofiene Karaja die Integrationsarchitektur, Marek Budik wem welcher Beleg in Quote-to-Cash gehört und Radim Trávníček wie man die Übergabe vom Angebot zum Auftrag mit CPQ testet. Dieser Beitrag bleibt beim Auftrag selbst.
Zwei Wege nach S/4HANA
| Folgeauftrag aus dem Angebot | CRM-Kundenauftrag mit Simulieren und Übertragen | |
|---|---|---|
| Wo der Verkauf beginnt | Genehmigtes Angebot in Sales Cloud V2 | Kundenauftrag in Sales Cloud V2 |
| Was S/4HANA erhält | Einen neuen Kundenauftrag, direkt angelegt | Den CRM-Auftrag, nach der Simulation |
| Was im CRM bleibt | Eine Referenz mit der externen ID | Der ganze Auftrag, nach der Übertragung nur lesbar |
| Rückweg | Aktualisierung des Belegflusses, Abruf der Auftragsdetails | Auftragsreplikation aus S/4HANA |
| Typischer Einsatz | Angebotsgetriebener Vertrieb, das ERP führt den Auftrag | Verkauf erfasst Aufträge selbst |
Weg 1: der Folgeauftrag aus dem Angebot
SAP beschreibt das unter Create Follow-Up Sales Orders in External Systems. Im Abschnitt «Sales Orders» des Angebots wählt der Verkauf «Create» und dann «ERP Sales Order». Eine andere SAP-Hilfeseite nennt denselben Eintrag External Sales Order. Rechnen Sie also in Schulungsunterlagen mit beiden Bezeichnungen.
Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor die Schaltfläche etwas bewirkt:
- Der Preisstatus des Angebots ist erfolgreich berechnet.
- Die externe Auftragsanforderung ist noch nicht gestartet.
- Der Genehmigungsstatus ist «Approved» oder «Approval Not Applicable».
Vorher liefert «Simulate» im Seitenbereich Preise und Steuern aus S/4HANA, ohne Preisstammdaten im CRM. Eine optionale Vorschau holt das PDF der Auftragsbestätigung.
Sobald der Auftrag existiert, zeigt das Angebot seine Nummer als externe ID mit einem Link nach S/4HANA. Erreicht der Folgestatus «Finished», wird der Angebotsfortschritt auf «Won» und der Angebotsstatus auf «Completed» gesetzt. In einem geöffneten Kundenauftrag aktualisiert der Belegfluss die externen Belege alle 20 Minuten; die Aktion «Refresh» aktualisiert ihn sofort.
Ein Detail von derselben Seite: Wird ein solcher Folgeauftrag zusätzlich als CRM-Kundenauftrag nach Sales Cloud V2 repliziert, zeigt das Belegflussdiagramm die Verbindung zwischen diesem Auftrag und dem ursprünglichen Angebot nicht. Entscheiden Sie früh, ob Sie beides brauchen.
Weg 2: der CRM-Kundenauftrag mit Simulieren und Übertragen
Der zweite Weg beginnt mit einem Kundenauftragsobjekt in Sales Cloud V2. Die SAP-Seite zu Simulation und Übertragung erklärt die zwei Schritte: «Simulate» fragt S/4HANA nach Preisen, Steuern und Prüfungen, «Transfer» legt den Auftrag in S/4HANA an. Der Übertragungsstatus durchläuft «Not Started», «In Process», «Finished» und «Interrupted». Aufträge auf Interessenten sind «Not Relevant», weil ein Interessent in S/4HANA kein Kunde ist.
Zwei Einstellungen sind entscheidend:
- Die Belegart des Auftrags braucht den Pflegemodus Internal & External (siehe Belegarten). Der Modus «External» allein steht für reine Anzeigeaufträge, die aus dem ERP kommen.
- Die Simulation läuft synchron oder asynchron. Ändert der Verkauf den Auftrag nach der Simulation, ist «Transfer» bis zur nächsten Simulation gesperrt.
Für die Public Edition nennt die SAP-Seite zur Integration mit S/4HANA Cloud Public Edition eine harte Voraussetzung: Die Replikation von Kundenaufträgen aus S/4HANA zurück nach Sales Cloud V2 muss eingerichtet sein. Nur so erhält das CRM die externe Auftragsnummer und jede spätere Änderung aus S/4HANA. Ohne sie ist Weg 2 eine Einbahnstrasse ohne Bestätigung.
Was in der SAP Integration Suite läuft
Die Flüsse stammen aus dem Paket SAP Sales Cloud Version 2 Integration for Sales Processes with SAP S/4HANA Cloud Public Edition im SAP Business Accelerator Hub, Version 1.0.22 am 31. Oktober 2026. Die für Aufträge relevanten iFlows:
| iFlow | Weg |
|---|---|
| Simulate Sales Quote in SAP S4HANA Public Cloud | 1 |
| Create Follow-Up Sales Order in SAP S4HANA from Sales Quote | 1 |
| Retrieve Follow-Up Sales Order Details from SAP S4HANA Cloud | 1 |
| Delete Sales Order Reference from SAP S4HANA | 1 |
| Simulate Sales Order in SAP S4HANA Public Cloud | 2 |
| Replicate Sales Order to SAP S4HANA Public Cloud | 2 |
| Replicate Sales Order from SAP S4HANA Public Cloud | 2 |
Zwei Artefakte tragen das Präfix «Deprecated»: ein älterer Fluss für den Folgeauftrag und eine ältere Angebotssimulation. Laut Änderungsprotokoll des Pakets hat SAP sie im Mai 2026 ersetzt, und der neue Folgeauftragsfluss nutzt die OData-V4-API von S/4HANA. Deployen Sie die aktuellen Flüsse, nicht beide Generationen. Eine Korrektur gegen doppelt angelegte Aufträge im Juni 2026 verlangte, drei Flüsse gemeinsam zu aktualisieren und zu deployen. Lesen Sie das Änderungsprotokoll vor jedem Paket-Update.
Konfigurieren Sie nur über externalisierte Parameter und das Wertemapping: Laut SAP-Hinweis zu Paket-Updates erhält ein geändertes Artefakt keine Updates mehr.
Die S/4HANA-Seite: Kommunikationsvereinbarungen
S/4HANA Cloud Public Edition gibt seine APIs nur über Kommunikationsvereinbarungen frei: ein Kommunikationsszenario, ein Kommunikationssystem für den Partner und ein Kommunikationsbenutzer. Zwei Szenarien tragen die Auftragsflüsse:
- SAP_COM_0109 Sales Order Integration enthält die eingehenden Services Sales Order (A2X) und Sales Order Simulate, jeweils als OData V2 und V4. Die API für die Auftragssimulation setzt dieses Szenario voraus.
- SAP_COM_0287 Sales Order Bulk Replication Integration sendet Aufträge von S/4HANA an Sales Cloud V2. Die SAP-Seite zur Einrichtung der Auftragsreplikation nennt den ausgehenden Service «Sales Order - Replicate (A2A)», ein Replikationsmodell, dessen Name weder «/SAP/» noch «/BDO/» enthalten darf, und ein zusätzliches Kommunikationssystem mit der Business-System-ID des Sales-Cloud-V2-Systems in Grossbuchstaben. Gerade der letzte Punkt geht leicht unter.
Für den Folgeauftrag aus dem Angebot nennen die öffentlichen SAP-Seiten die Vereinbarung nicht ausdrücklich. Nehmen Sie sie aus dem Integrationsleitfaden für Ihr Release, statt zu raten.
Stammdaten, die vorher stehen müssen
Ein Auftrag lässt sich nur für einen Kunden, ein Produkt und einen Vertriebsbereich anlegen, die S/4HANA kennt. Der SAP-Leitfaden nennt die Reihenfolge des Initial Load: Buchungskreis, Organisationsstruktur, Warengruppe, Material, Geschäftspartner mit Beziehungen, Mitarbeitende. Codelisten wie Vertriebswege, Sparten, Mengeneinheiten, Zahlungsbedingungen und Incoterms kommen davor.
- Geschäftspartner. Der Account in Sales Cloud V2 muss der replizierte S/4HANA-Kunde mit Vertriebsbereichsdaten sein, nicht ein ähnlicher Datensatz, der im CRM entstanden ist.
- Produkte. Aus S/4HANA repliziert, mit ihren Vertriebsdaten.
- Organisationsdaten. Verkaufsorganisation, Vertriebsweg und Sparte des Auftrags müssen für diesen Kunden in S/4HANA als Vertriebsbereich existieren.
- Preise. Die Simulation braucht keine replizierten Konditionen. Braucht der Verkauf geschätzte Preise vor einer Simulation, bietet SAP interne Preisfindung mit importierter Konfiguration und replizierte Preisstammdaten.
- Mitarbeitende. Die Workforce-IDs unterscheiden sich zwischen den Systemen. SAP ordnet sie über die stabile externe ID der Arbeitszuordnung zu. Pflegen Sie sie in S/4HANA, bevor der erste Auftrag einen Verkäufer trägt.
Dieselbe Seite nennt die Scope Items, die in S/4HANA aktiv sein müssen: 1RO, 6KO, 5LE und 1VP.
Stolpersteine aus der Praxis
Die SAP-Dokumentation listet die Grenzen, die meisten auf der Seite zur Public Edition. Diese überraschen Projektteams am häufigsten:
- Keine Änderungen nach der Übertragung. Kopfattribute, Produkte, Preise, externe Partner, Notizen und Anhänge lassen sich in Sales Cloud V2 nach der Integration nicht mehr ändern. Simulation, Übertragung, Genehmigungsaktionen und Abschluss sind nicht mehr verfügbar. Schulen Sie den Verkauf: Änderungen gehen an die Auftragsabwicklung in S/4HANA.
- Keine Einteilungen. Einteilungen werden nicht übertragen, der Verkauf kann im CRM also keinen Lieferplan pro Position anfordern.
- Abweichende Positionsnummern. Positionsnummern werden nicht übertragen. Die Zeilennummer in einer S/4HANA-Fehlermeldung passt deshalb nicht immer zur CRM-Position.
- Kein Liefer- und Fakturastatus. Diese werden nicht zurückrepliziert.
- Partner. Mitarbeitende als Partner müssen intern sein und lassen sich in Simulation und Übertragung nicht verwenden.
- Werke. SAP hat die Behandlung von Werken in den Auftragsflüssen im Lauf von 2026 erweitert (siehe Änderungsprotokoll des Pakets). Prüfen Sie den aktuellen Stand gegen Ihren Prozess, bevor Sie werksbezogene Aufträge zusagen.
- Angebote aus S/4HANA. Sales Cloud V2 repliziert keine Angebote aus der Public Edition. Ein im ERP entstandenes Angebot bleibt im ERP.
Dazu einer aus unseren eigenen Projekten: Die meisten ersten Testfehler in diesem Bereich gehen auf Stammdaten zurück, etwa einen im CRM angelegten Account, der nie repliziert wurde, und nicht auf den iFlow.
Checkliste für die Einrichtung
- Den Weg pro Vertriebsprozess festlegen: Folgeauftrag aus dem Angebot, CRM-Auftrag mit Übertragung oder beides.
- Den Vertrag prüfen: Enthält er den Integrations-Einrichtungsservice von SAP? Dann richtet SAP die Kommunikation ein und ist für die Flüsse zuständig (siehe unten).
- In S/4HANA die Scope Items 1RO, 6KO, 5LE und 1VP bestätigen und die externe ID der Arbeitszuordnung für Verkaufsmitarbeitende pflegen.
- In der SAP Integration Suite das Stammdatenpaket und das Vertriebsprozesspaket kopieren, externalisierte Parameter und Sicherheitsmaterial konfigurieren, die Wertemappings pflegen.
- In S/4HANA Kommunikationssysteme, -benutzer und die Vereinbarungen für SAP_COM_0109 sowie für Weg 2 SAP_COM_0287 mit Replikationsmodell anlegen.
- In Sales Cloud V2 das Kommunikationssystem und die Kommunikationsvorlagen «Integrate Sales Quote with SAP S/4HANA» und für Weg 2 «Integrate Sales Order with SAP S/4HANA Public Cloud» anlegen, mit Wertemappings für Partnerrollen und Belegarten.
- Für Weg 2 die Belegart des Auftrags auf den Pflegemodus «Internal & External» setzen.
- Den Initial Load in der SAP-Reihenfolge fahren: Codelisten, Buchungskreis, Organisation, Warengruppe, Material, Geschäftspartner, Mitarbeitende.
- Mit einem Kunden und einem Produkt durchgängig testen: simulieren, anlegen, externe ID sehen, Auftrag in S/4HANA ändern, Änderung im CRM sehen.
- Die Fehlerfälle testen (unbekanntes Produkt, fehlender Vertriebsbereich, gesperrter Kunde): Jeder muss sichtbar und mit lesbarem Grund scheitern.
- Die Nachrichtenüberwachung in der Integration Suite und in Sales Cloud V2 (Settings, Integration, Message Monitoring) einrichten und pro Fehlerart eine verantwortliche Person benennen.
Von SAP eingerichtet oder selbst betrieben
Enthält Ihr Vertrag den Integrations-Einrichtungsservice von SAP, gilt der Leitfaden «Set Up and Managed by SAP». SAP legt Kommunikationsbenutzer, -systeme und -vereinbarungen an und ist für Betrieb, Überwachung und Verwaltung der Integrationsflüsse zuständig. Sie fahren weiterhin den Initial Load und beheben fachliche Datenfehler, und Sie dürfen die von SAP angelegte Kommunikationskonfiguration nicht verändern. In diesem Umfang nennt SAP den Folgeauftrag aus dem Angebot; das Folgeangebot aus einer Opportunity ist ausgeschlossen. Brauchen Sie Weg 2 oder eigene Logik neben dem Standard, betreiben Sie die Flüsse in Ihrem eigenen Integration Suite Tenant.
Was Spadoom macht
Wir richten diese Integration auf der Seite von SAP S/4HANA Public Cloud und von Sales Cloud V2 mit einem Team ein, inklusive der SAP Integration Suite auf SAP BAIP dazwischen. Das heisst: den Weg pro Prozess mit dem Vertrieb festlegen, Vertriebsbereiche und Codelisten vor dem ersten Load abgleichen, Stammdatenreplikation und Migration fahren, beide Seiten konfigurieren und die Fehlerfälle vor dem Go-live testen. Wie das in ein ERP- und CX-Projekt aus einer Hand passt, steht auf unserer Seite zum SAP Partner in der Schweiz.
Möchten Sie Ihren Auftragsprozess durchgehen? Sprechen Sie mit uns.
Häufige Fragen
Wie kommt ein Kundenauftrag aus SAP Sales Cloud V2 in S/4HANA Cloud Public Edition?
Über die SAP Integration Suite, auf einem von zwei Standardwegen. Entweder legt der Verkauf aus einem genehmigten Angebot direkt einen Folgeauftrag in S/4HANA an, oder er erfasst einen Kundenauftrag in Sales Cloud V2, simuliert ihn gegen S/4HANA und überträgt ihn. In beiden Fällen legt S/4HANA den Auftrag an, und seine Nummer kommt als externe ID ins CRM zurück.
Welche Kommunikationsvereinbarung braucht S/4HANA Public Cloud für Kundenaufträge?
Für Simulation und Übertragung von Kundenaufträgen aus Sales Cloud V2 das Szenario SAP_COM_0109 (Sales Order Integration) mit den APIs Sales Order und Sales Order Simulate. Für den Rückweg, die Replikation von Kundenaufträgen aus S/4HANA in Sales Cloud V2, SAP_COM_0287 (Sales Order Bulk Replication Integration). Die genaue Einrichtung für Ihr Release steht im Integrationsleitfaden von SAP.
Kann ich einen Kundenauftrag nach der Übertragung in Sales Cloud V2 noch ändern?
Bei S/4HANA Cloud Public Edition nicht. Laut SAP-Dokumentation lassen sich Kopfattribute, Produkte, Preise, Notizen und Anhänge nach der Integration nicht mehr ändern, und Simulation, Übertragung und Genehmigungsaktionen sind nicht mehr möglich. Änderungen erfolgen in S/4HANA und kommen über die Auftragsreplikation zurück.
Muss ich Preiskonditionen in Sales Cloud V2 replizieren?
Nicht zwingend. Die Simulation liefert Preise und Steuern aus S/4HANA ohne Replikation der Preisstammdaten. Replizierte Konditionen helfen nur, wenn der Verkauf geschätzte Preise braucht, bevor eine Simulation möglich ist.
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