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Die fünf Säulen von SAP BTP: Daten, Entwicklung, Automatisierung, Integration und KI
Architecture · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von Michael Suter ·8 Min. Lesezeit

Die fünf Säulen von SAP BTP: Daten, Entwicklung, Automatisierung, Integration und KI

Michael Suter

Michael Suter

Senior SAP BAIP Architect, Spadoom AG

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SAP Business Technology Platform (BTP) ist in fünf Säulen gegliedert: Daten und Analytics, Anwendungsentwicklung, Automatisierung, Integration und KI. Jede Säule deckt einen anderen technischen Bedarf ab. Wer weiss, was jede Säule leistet und welche Services dazugehören, kann ein BTP-Projekt sauber abgrenzen und zahlt nicht für Funktionen, die er noch nicht braucht. Wenn Sie zuerst den Überblick über die Plattform möchten, beginnen Sie mit Was ist SAP BTP und warum sie zählt.

Kurzfassung: SAP BTP ordnet ihre Services in fünf Säulen: Daten und Analytics (SAP HANA Cloud sowie SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud, die heute zur SAP Business Data Cloud gehören), Anwendungsentwicklung (SAP Build, SAP Business Application Studio, SAP CAP), Automatisierung (SAP Build Process Automation), Integration (SAP Integration Suite, Event Mesh, Cloud Connector) und KI (SAP AI Core, Joule). Die meisten Unternehmen beginnen mit der Integration und ergänzen Entwicklung und Daten, sobald ein konkreter Bedarf entsteht.

Säule 1: Wie funktionieren Daten und Analytics in der BTP?

Die Datensäule umfasst das Speichern, Modellieren und Auswerten von Geschäftsdaten über SAP- und Nicht-SAP-Systeme hinweg. Seit 2025 ist ein Teil davon anders verpackt: SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud sind heute Komponenten der SAP Business Data Cloud (BDC), zusammen mit SAP BW und SAP Databricks (SAP Learning). Was das ändert, erklären wir in SAP Business Data Cloud erklärt.

SAP HANA Cloud. In-Memory-Datenbank als Service, dieselbe HANA-Technologie, auf der S/4HANA läuft. Einsatzfälle: Daten von Erweiterungen speichern, komplexe Abfragen ausführen und als Persistenzschicht für CAP-Anwendungen dienen.

SAP Datasphere. Datenintegration, Föderation und semantische Modellierung. Datasphere schafft eine «Business Data Fabric»: eine Schicht, die Daten aus SAP-, Nicht-SAP- und Cloud-Quellen verbindet, oft ohne sie physisch zu kopieren. Sie definieren semantische Modelle einmal, und Analysten werten systemübergreifend aus. Der praktische Gewinn liegt weniger in der Geschwindigkeit als darin, veraltete Kopien in einem separaten Data Warehouse zu vermeiden.

SAP Analytics Cloud. Planung, BI und Predictive Analytics in einem Werkzeug. Sie verbindet sich live mit HANA Cloud und Datasphere für Dashboards, Berichte und Was-wäre-wenn-Szenarien, sodass Berichte aktuelle Daten zeigen statt den Stand des letzten Nachtlaufs.

Die drei bilden einen Stack: HANA Cloud speichert und verarbeitet, Datasphere integriert und modelliert, Analytics Cloud visualisiert und plant.

Säule 2: Welche Entwicklungswerkzeuge bietet die BTP?

Die Entwicklungssäule bedient zwei Zielgruppen.

Für Fachanwender: SAP Build. Eine Low-Code-Plattform, mit der sich Apps, Automatisierungen und Workflows mit wenig oder ohne Code erstellen lassen: Drag-and-drop-Oberflächen, vorgefertigte Komponenten, direkte Anbindung an SAP-Daten. Geeignet für Abteilungs-Apps, Freigabe-Workflows und einfache Erfassungsmasken.

Für Entwickler: SAP Business Application Studio (BAS). Eine vollständige Entwicklungsumgebung im Browser auf Basis von Code-OSS. Sie unterstützt SAP CAP, SAP-Fiori-Entwicklung sowie allgemeine Node.js- und Java-Entwicklung. Hier bauen professionelle Entwickler produktionsreife Erweiterungen.

SAP CAP (das Cloud Application Programming Model) verdient besondere Erwähnung. Es ist ein Node.js- oder Java-Framework mit CDS (Core Data Services) für die Datenmodellierung, eingebauter Authentifizierung, OData-Service-Generierung und nativer Anbindung an SAP-Services. CAP übernimmt die technische Grundarbeit, damit sich Entwickler auf die Geschäftslogik konzentrieren können. Wir setzen CAP auf Cloud Foundry für unsere Erweiterungen von Sales Cloud V2 ein; das Vorgehen beschreiben wir in SAP Sales Cloud V2 mit eigenen Cloud-Foundry-Apps erweitern. CAP-Anwendungen laufen auf Cloud Foundry oder Kyma und sind SAPs empfohlenes Programmiermodell, um Sales Cloud V2, Service Cloud V2, S/4HANA und weitere SAP-Produkte zu erweitern.

Säule 3: Wie funktioniert Automatisierung auf der BTP?

Die Automatisierungssäule verbindet Workflow und robotergestützte Prozessautomatisierung.

SAP Build Process Automation. Workflow und RPA in einem Werkzeug (SAP Help). Sie bauen mehrstufige Freigabe-Workflows, automatisieren wiederkehrende Aufgaben über Systeme hinweg und erstellen Entscheidungstabellen, die Arbeit nach Geschäftsregeln verteilen. Das Werkzeug hat SAP Workflow Management und SAP Intelligent RPA abgelöst.

SAP Task Center. Ein gemeinsamer Posteingang für Freigaben und Aufgaben aus verschiedenen SAP-Produkten, bereitgestellt in SAP Build Work Zone. Statt Sales Cloud, S/4HANA und SuccessFactors einzeln zu öffnen, sehen Anwender ihre Aufgaben in einer Liste. Auf dem Papier eine Kleinigkeit, im Alltag eine spürbare Entlastung.

Was BTP-Automatisierung von eigenständigen RPA-Werkzeugen unterscheidet, ist die native Verbindung zu den SAP-Geschäftsdaten. Eine Automatisierung, die den Bestand in S/4HANA prüft, eine Bestellung anlegt und den Einkäufer informiert, nutzt die Verbindungen, welche die BTP bereits bereitstellt, statt einer eigenen Integration.

Säule 4: Warum ist Integration der übliche Einstieg?

Integration ist der Grund, weshalb die meisten Unternehmen überhaupt mit der BTP beginnen. Sobald ein zweites SAP-Cloud-Produkt oder ein Nicht-SAP-System in die Landschaft kommt, müssen Daten zwischen ihnen fliessen, und genau dort beginnen die meisten BTP-Projekte, die wir sehen.

SAP Integration Suite. Der zentrale Integrationsservice. Er umfasst:

  • Cloud Integration: nachrichtenbasierte Integration (A2A und B2B), mit vorgefertigten Integrationspaketen aus dem SAP Business Accelerator Hub
  • API Management: APIs in der ganzen Landschaft veröffentlichen, absichern und überwachen
  • Integration Advisor: KI-gestütztes Mapping für B2B-Nachrichtenformate wie EDIFACT
  • Open Connectors: vorgefertigte Adapter für verbreitete Nicht-SAP-Anwendungen

SAP Event Mesh oder, für höhere Volumen, SAP Integration Suite, advanced event mesh. Ein Event-Broker für ereignisgesteuerte Architekturen: Passiert in einem System etwas (Auftrag angelegt, Kunde geändert, Fall gelöst), verteilt der Broker dieses Ereignis nahezu in Echtzeit an alle Abonnenten. Das ersetzt Batch-Synchronisationen, die veraltete Daten erzeugen, und veraltete Daten im CRM sind gefährlich, weil man ihnen vertraut.

SAP Connectivity Service und Cloud Connector. Die Brücke zwischen BTP und On-Premise-Systemen. Der Cloud Connector läuft in Ihrem Netzwerk und öffnet einen sicheren Tunnel zur BTP, eingehende Firewall-Regeln sind nicht nötig. Der Destination Service verwaltet die Verbindungskonfigurationen zentral.

So sieht das in der Praxis aus: Für Meier Tobler haben wir eine in die Jahre gekommene SAP-PI/PO-Landschaft durch einen zentralen Integration-Suite-Hub ersetzt, der monatlich mehr als eine Million Nachrichten mit Datensynchronisation in Echtzeit verarbeitet.

Die fünf Säulen von SAP BTP Daten und Analytics HANA Cloud Datasphere Analytics Cloud Speichern · Verbinden · Visualisieren Entwicklung SAP Build (low-code) Business App Studio SAP CAP Framework Bauen · Erweitern · Bereitstellen Automatisierung Build Process Auto Task Center RPA Automatisieren · Steuern · Freigeben Integration Integration Suite Event Mesh Cloud Connector Verbinden · Synchronisieren · Verteilen Künstliche Intelligenz AI Core Gen AI Hub Joule Prognostizieren · Unterstützen · Optimieren Die meisten Unternehmen beginnen mit Integration und ergänzen Daten und Entwicklung nach Bedarf
Jede Säule deckt einen anderen technischen Bedarf ab. Integration ist für die meisten Unternehmen der Einstieg, Daten und Entwicklung folgen, wenn der BTP-Einsatz wächst.

Säule 5: Welche KI-Funktionen bietet die BTP?

KI ist die Säule, die SAP am stärksten vorantreibt: Laut SAP war SAP Business AI in zwei Dritteln des Cloud-Auftragseingangs im vierten Quartal 2025 enthalten (SAP News). An der SAP Sapphire im Mai 2026 kündigte SAP die SAP Business AI Platform an, die SAP Business Technology Platform, SAP Business Data Cloud und SAP Business AI in einer einzigen, gesteuerten Umgebung vereint (SAP News). Für BTP-Kunden heisst das: KI-Säule und Datensäule wachsen zusammen.

SAP AI Core. Infrastruktur zum Trainieren, Bereitstellen und Betreiben von KI-Modellen, einschliesslich des Generative AI Hub, der gesteuerten Zugang zu grossen Sprachmodellen verschiedener Anbieter bietet. AI Core übernimmt Skalierung, Versionierung und Monitoring und ist über Standard-APIs mit den übrigen BTP-Services verbunden.

SAPs KI-Services. Sofort nutzbare Services wie Document Information Extraction, das Rechnungen und andere Geschäftsdokumente ausliest, ohne dass Sie ein eigenes Modell trainieren.

Joule. Der KI-Assistent, der in die SAP-Anwendungen eingebettet ist. Joule beantwortet Fragen, fasst Daten zusammen, entwirft Texte und schlägt Aktionen vor, immer im Kontext Ihrer SAP-Daten. Auf den ersten Blick wirkt Joule wie ein weiterer Chatbot; der Unterschied ist, dass Joule mit Ihren tatsächlichen Geschäftsdaten und Berechtigungen arbeitet und damit deutlich nützlicher ist als ein generisches KI-Werkzeug.

Die Qualität jeder KI-Funktion hängt von den Daten darunter ab. Deshalb gehören Datensäule und KI-Säule in jeder Roadmap zusammen.

Wie die Säulen zusammenfinden

Die meisten Unternehmen nutzen zwei oder drei Säulen aktiv, nicht alle fünf. Eine realistische Reihenfolge: zuerst Integration (ERP, CRM und externe Systeme verbinden), dann Entwicklung (die Erweiterungen, die Ihre Prozesse brauchen), dann Daten und KI, sobald es eine konkrete Frage zu beantworten gibt. Für Unternehmen, die S/4HANA Public Cloud und SAP CX nebeneinander betreiben, ist diese Reihenfolge der Kern des Ein-Team-Ansatzes für Cloud ERP und CRM. Wenn Sie Implementierungspartner vergleichen, zeigt unsere Übersicht der SAP-BTP-Entwicklungspartner in der Schweiz, worauf es ankommt, und unsere Seite als SAP BTP Partner in der Schweiz, wie wir ein erstes Projekt abgrenzen.

FAQ

Mit welcher BTP-Säule sollte ich beginnen?

Mit der Integration. SAP-Produkte untereinander und mit externen Systemen zu verbinden, ist in fast jedem SAP-Cloud-Projekt der erste Bedarf, deshalb ist die SAP Integration Suite der übliche Einstieg. Datenservices kommen dazu, wenn Sie systemübergreifende Auswertungen brauchen, Entwicklung, wenn eigene Erweiterungen nötig werden.

Brauche ich alle fünf Säulen?

Nein. Die meisten Unternehmen nutzen zwei oder drei aktiv. Ein typisches Projekt mit S/4HANA und SAP CX nutzt Integration (CRM und ERP verbinden) und Entwicklung (Erweiterungen); Daten, Automatisierung und KI folgen, wenn ein konkreter Anwendungsfall sie verlangt.

Wie greifen die Säulen ineinander?

Sie teilen ein Kontenmodell, ein Sicherheits- und Identitäts-Setup und ein Administrations-Cockpit. Eine CAP-Anwendung kann Integration-Suite-Flows aufrufen, Daten in SAP HANA Cloud speichern und Modelle aus SAP AI Core nutzen, alles im selben BTP-Subaccount.

Ersetzt SAP Build die ABAP-Entwicklung?

Nein. SAP Build richtet sich an Fachanwender, die einfache Apps und Automatisierungen bauen. ABAP-Entwicklung läuft für komplexe Geschäftslogik in der SAP BTP, ABAP Environment weiter, und SAP CAP (Node.js oder Java) ist SAPs empfohlenes Programmiermodell für neue Cloud-native Erweiterungen.

Wie funktioniert die BTP-Preisgestaltung über die Säulen hinweg?

Jeder Service wird separat lizenziert und abgerechnet, meist über Cloud Credits oder ein Abonnement. Für ungenutzte Services zahlen Sie nichts, manche Service-Pläne haben jedoch Mindestabnahmen, die unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch gelten. Prüfen Sie diese vor der Aktivierung.

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