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10 Konfigurationstipps für SAP CX, die wirklich etwas bewirken
Insights · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von David Blumenstock ·8 Min. Lesezeit

10 Konfigurationstipps für SAP CX, die wirklich etwas bewirken

David Blumenstock

David Blumenstock

Customer Engagement Executive, Spadoom AG

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SAP CX zu kaufen ist der einfache Teil. Ob das System ein Jahr später gebraucht wird oder verstaubt, entscheidet sich meistens in den ersten Projektwochen: bei der Datenmigration, die auf «später» verschoben wird, bei der ERP-Schnittstelle, die als Phase zwei geparkt wird, und bei Feldern, die aus dem Altsystem übernommen werden, weil sich niemand traut, sie zu löschen. Deshalb treffen wir in jedem Projekt zehn Entscheidungen früh. Hier sind sie, jeweils mit Begründung.

Kurzfassung: Echte Daten in Woche zwei laden. Die ERP-Integration vor dem ersten Bildschirm entwerfen. Erst dann konfigurieren, mit Standardfunktionen vor Eigenentwicklungen. Die übrigen Tipps betreffen Analysen, KI, Gebiete, Akzeptanz, Mobile, Datenqualität und die regelmässigen SAP-Releases, und sie wirken nur, wenn die ersten drei stehen.

Tipp 1: Mit der Datenmigration beginnen, nicht mit der Konfiguration

Führen Sie die erste Datenmigration in Woche zwei durch, nicht in Monat drei. Laden Sie Kunden, Kontakte und offene Opportunities in ein Testsystem, bevor Sie irgendetwas anderes konfigurieren. So zeigen sich Dubletten, fehlende Felder und uneinheitliche Formate, solange noch Zeit ist, sie zu bereinigen.

SAP stellt Migrationswerkzeuge für die V2-Produkte und für Commerce Cloud bereit; eines davon zeigen wir in der Datenmigration für Sales Cloud V2, Schritt für Schritt. Nutzen Sie sie früh. Jede Konfigurationsentscheidung, die auf ungeprüften Annahmen über die Daten beruht, müssen Sie später womöglich zurückbauen, und genau diese Nacharbeit schiebt ein Projekt typischerweise über den Termin hinaus.

Tipp 2: Die ERP-Integration vor den Bildschirmen entwerfen

Beginnen Sie nicht mit der Konfiguration von Bildschirmen in Sales Cloud V2, bevor die Integration mit Ihrem ERP entworfen ist. Welche Stammdaten kommen aus dem ERP, und wie oft? Was passiert, wenn Datensätze sich widersprechen? Wie werden Fehler behandelt, und wer sieht sie?

Entwerfen Sie das in Woche eins, bauen Sie den ersten Integrationsfluss in Woche zwei und testen Sie ihn in Woche drei mit echten Daten. Grundlegende Unterschiede im Datenmodell, die erst in Monat drei auffallen, sind teuer. Für S/4HANA Public Cloud liefert SAP vorgefertigte Integrationsinhalte für die V2-Produkte; das verkürzt die Arbeit, ersetzt aber die Designentscheidungen nicht. Die Zielarchitektur beschreiben wir in S/4HANA Public Cloud und Sales Cloud V2 als ein Stack.

Tipp 3: Standardkonfiguration vor Eigenentwicklung

Die V2-Produkte bieten mehr Standardkonfiguration, als die meisten Teams erwarten. Bevor Sie eine Erweiterung auf SAP BTP bauen, prüfen Sie, ob sich die Anforderung erfüllen lässt mit:

  • Erweiterungsfeldern: zusätzliche Felder per Konfiguration, ohne Code.
  • Geschäftsregeln: Validierungen, automatische Zuordnungen und Feldabhängigkeiten.
  • Workflows: Freigaben und Benachrichtigungen mit den Standardwerkzeugen.
  • UI-Anpassung: Layoutänderungen durch Key User, ohne Entwicklung.

Bauen Sie eine BTP-Erweiterung nur, wenn die Standardkonfiguration die Aufgabe wirklich nicht lösen kann. Jede Erweiterung bringt Wartungsaufwand und muss mit jedem SAP-Release getestet werden. Der individuelle Weg wirkt am Anfang oft schneller und ist es über ein Jahr gerechnet selten. Wo der Standard tatsächlich endet, sagen wir es offen in den Grenzen von Sales Cloud V2.

Tipp 4: Analysen ab dem ersten Tag konfigurieren

Schieben Sie Analysen nicht in Phase zwei. Konfigurieren Sie Dashboards und Berichte im ersten Sprint. Verkaufsleiter brauchen Pipeline-Transparenz, sobald sie sich anmelden; Serviceleiter brauchen Fallkennzahlen; das Marketing braucht Kampagnenergebnisse.

Die V2-Produkte enthalten eingebettete Analysen (Dokumentation zu Sales Cloud V2). Konfigurieren Sie sie während der Implementierung, nicht drei Monate nach dem Go-live, wenn den Daten niemand mehr traut. Wer ohne Dashboards startet, gibt den Anwendern keinen Grund, am zweiten Tag wiederzukommen.

Tipp 5: KI-Funktionen früh einplanen

KI ist Teil der meisten SAP-Cloud-Käufe geworden: Laut SAP war SAP Business AI in zwei Dritteln des Cloud-Auftragseingangs im vierten Quartal 2025 enthalten. Für ein CX-Projekt heisst das, Anwendungsfälle zu planen, statt Funktionen einfach einzuschalten.

Entscheiden Sie früh, welche KI-Funktionen Sie in Sales Cloud V2 nutzen wollen (etwa E-Mail-Entwürfe, Zusammenfassungen oder Opportunity-Einblicke mit Joule), und prüfen Sie Lizenzen und Datenvoraussetzungen. KI-Funktionen helfen nur, wenn die Daten darunter vollständig und aktuell sind, ein weiterer Grund für Tipp 1. Richten Sie sie auf Ihren Prozess aus, statt die Voreinstellungen stehen zu lassen.

Tipp 6: Gebietszuordnung vor dem Go-live festlegen

Falsch konfigurierte Gebiete gehören zu den häufigsten Korrekturen, die wir nach dem Go-live sehen. Kunden beim falschen Verkäufer sorgen für Verwirrung, doppelte Arbeit und frustrierte Verkaufsteams, und das ist vollständig vermeidbar.

Definieren Sie die Regeln klar: geografische Gebiete, Branchensegmente, namentlich zugeordnete Kunden oder eine Mischform. Testen Sie mit dem gesamten Kundenstamm, nicht mit einer Stichprobe. Testen Sie auch die Grenzfälle: Was passiert, wenn ein Kunde zu zwei Gebieten passt oder ein Gebiet keinen Verkäufer hat? Diese Fälle sind nicht theoretisch; sie treten am ersten Tag auf.

Tipp 7: Change Management ins System einbauen

Die meisten Störungen beim Go-live sind Akzeptanzprobleme, keine technischen. Bauen Sie die Führung ins System selbst ein: Vorlage-Dashboards, die Verkäufern genau das zeigen, was sie brauchen, Hilfe in der Anwendung und Pflichtfelder, die den Prozess sichern, ohne zur Last zu werden.

Das Ziel: Wenn sich ein Verkäufer nach dem Go-live zum ersten Mal anmeldet, zeigt ihm die Oberfläche, was zu tun ist, und nicht eine vierstündige Schulung, die er längst vergessen hat.

Tipp 8: Mobile separat planen

Für viele Aussendienstmitarbeitende ist das Smartphone der Ort, an dem sie den grössten Teil des Tages verbringen. Sales Cloud V2 und Service Cloud V2 haben mobile Apps mit eigenem Konfigurationsbedarf.

Konfigurieren Sie mobile Layouts getrennt vom Desktop. Unterwegs brauchen Verkäufer Kundendetails, anstehende Aktivitäten und schnelle Opportunity-Updates, nicht den vollen Funktionsumfang. Servicetechniker brauchen Falldetails und Kommunikationswerkzeuge. Testen Sie vor dem Go-live mit echten Anwendern im Feld: Ein Layout, das am Schreibtisch funktioniert, kann im Kundengespräch scheitern.

Tipp 9: Automatische Regeln für die Datenqualität einrichten

Ohne automatische Durchsetzung verschlechtert sich die Datenqualität schnell. Konfigurieren Sie Dublettenprüfungen, Pflichtfeldvalidierungen und Formatvereinheitlichungen ab dem ersten Tag. Schlechte Daten zu verhindern ist viel einfacher, als sechs Monate davon zu bereinigen, und jeder Bericht, jede Prognose und jede KI-Funktion hängt davon ab.

Tipp 10: Die regelmässigen SAP-Releases einplanen

SAP liefert für seine Cloud-CX-Produkte regelmässige Releases, und jedes kann Funktionen ergänzen, Verhalten ändern oder alte Funktionen entfernen. Sie brauchen eine Routine, um sie zu prüfen und zu testen, bevor sie in der Produktion ankommen.

Bestimmen Sie jemanden, der die Release Notes jedes Releases liest, danach kritische Abläufe in einem Testsystem prüft und nötige Konfigurationsänderungen dokumentiert. Einige Tage pro Zyklus verhindern die überraschende Änderung, die den Betrieb stört. Geplante Änderungen veröffentlicht SAP im SAP Roadmap Explorer.

Unterstützung bei der Umsetzung dieser Tipps in einem Schweizer Rollout, auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch, finden Sie auf unserer Seite zur SAP CX Beratung Schweiz.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Konfiguration von SAP CX typischerweise?

Das hängt mehr von Umfang und Integration ab als vom Produkt. Unsere veröffentlichten Schweizer Projekte mit Sales Cloud V2 gingen inklusive ERP-Integration in drei bis fünf Monaten live: intelligentfood in drei Monaten, Nussbaum in fünf. Ein vager Umfang verlängert jeden Zeitplan.

Kann ich die Konfiguration nach dem Go-live ändern?

Ja. Die Cloud-CX-Produkte sind auf schrittweise Konfiguration ausgelegt: Sie können Felder ergänzen, Workflows ändern, Dashboards anpassen und Geschäftsregeln aktualisieren, ohne Ausfallzeit. Strukturelle Änderungen wie ein neues Datenmodell oder eine neu gestaltete Integration brauchen mehr Planung und Tests.

Berater beiziehen oder selbst konfigurieren?

Für die erste Implementierung ziehen Sie Berater bei, die das schon gemacht haben und die typischen Fallen kennen. Für die laufende Optimierung nach dem Go-live bauen Sie eigenes Wissen auf. Die Übergabe erfolgt meist in den ersten Monaten nach dem Go-live. Worauf Sie achten sollten, beschreibt unser Leitfaden So wählen Sie einen SAP CX Partner.

Was ist der häufigste Konfigurationsfehler?

Überkonfiguration: zu viele Pflichtfelder, Freigabeschritte und Eigenentwicklungen. Die Anwender kämpfen dann gegen das System, statt es zu nutzen. Beginnen Sie schlank und ergänzen Sie Komplexität erst, wenn die Anwender danach fragen.

Woran erkenne ich, ob die Konfiguration funktioniert?

Verfolgen Sie ab dem Go-live drei Dinge: aktive Nutzung (täglich aktive Benutzer im Verhältnis zu den lizenzierten), Datenqualität (Vollständigkeit der wichtigsten Felder) und Prozesstreue (Anteil der Geschäfte, die dem konfigurierten Prozess folgen). Bleibt einer dieser Werte nach dem ersten Monat tief, braucht die Konfiguration Aufmerksamkeit. Wie Sie diese Werte mit Geschäftsergebnissen verbinden, zeigt unser Leitfaden zum SAP-CX-ROI.

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