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Intelligent Selling Services in SAP Commerce Cloud: KI-gestützte Personalisierung
Insights · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von Cyrill Pedol ·7 Min. Lesezeit

Intelligent Selling Services in SAP Commerce Cloud: KI-gestützte Personalisierung

Cyrill Pedol

Cyrill Pedol

SAP Commerce Lead, Spadoom AG

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Kunden denken nicht an «Personalisierung», und Ihre Empfehlungs-Engine interessiert sie nicht. Sie gehen, wenn die Produkte auf dem Bildschirm beliebig wirken. Intelligent Selling Services (ISS) ist die Antwort von SAP darauf für Commerce Cloud: ein Cloud-Dienst, der das Verhalten der Käufer in Echtzeit erfasst und damit Produktempfehlungen und Merchandising personalisiert.

Im Folgenden: was ISS leistet, wie die Module funktionieren, wie ISS mit Adaptive Search zusammenhängt und was es braucht, bevor es Ergebnisse liefert.

Kurzfassung: Intelligent Selling Services (früher Context-Driven Services) ist ein Cloud-Dienst neben SAP Commerce Cloud. Er erfasst Klick- und Kaufverhalten und nutzt es für individuelle Produktempfehlungen und Merchandising-Karussells, mit Reporting und A/B-Tests, um die Wirkung nachzuweisen. Das Ranking der Suche übernimmt das Modul Adaptive Search von Commerce Cloud, das Merchandiser mit Boosts und Regeln konfigurieren. ISS braucht Traffic und saubere Produktdaten, um zu lernen; Shops mit wenig Traffic sehen kleinere Effekte.

Was ist Intelligent Selling Services?

ISS ist kein Empfehlungs-Widget, das man nachträglich anschraubt. Es ist ein eigener SAP-Cloud-Dienst, der ausserhalb des Commerce-Cloud-Applikationsservers läuft und früher Context-Driven Services (CDS) hiess (SAP Help: Intelligent Selling Services). Die Storefront schickt Verhaltensereignisse (Klicks, Suchen, Warenkorb, Käufe) an ISS, ISS verarbeitet sie und liefert personalisierte Ergebnisse per API zurück. Weil die Rechenarbeit ausserhalb des Shops stattfindet, bremst sie Ihre Storefront nicht.

ISS ist in Module gegliedert:

  1. Foundation: erfasst und speichert Verhaltensdaten und Kundenprofile
  2. Recommendation: individuelle, verhaltensbasierte Produktempfehlungen für bekannte und anonyme Kunden
  3. Merchandising: Produktkarussells, gesteuert über Strategien, die Geschäftsziele mit Verhalten verbinden
  4. Reporting: Kennzahlen zu den Karussells, inklusive der Ergebnisse von A/B-Tests

Ob ISS in Ihrem Commerce-Cloud-Abonnement enthalten ist, hängt von Ihrem Vertrag ab. Prüfen Sie deshalb Ihr Bestellformular, bevor Sie ein Projekt darauf planen.

Wie funktionieren Produktempfehlungen?

ISS bietet mehrere Empfehlungsansätze, jeder passend für eine andere Situation:

Collaborative Filtering. Der Klassiker «Kunden, die dies kauften, kauften auch …», basierend auf Kaufmustern über Ihren ganzen Kundenstamm. Je mehr Transaktionen, desto besser die Empfehlungen.

Inhaltsbasierte Filterung. Empfiehlt Produkte mit ähnlichen Merkmalen (Kategorie, Marke, Preisklasse) wie die angesehenen oder gekauften. Das funktioniert auch mit wenig Kaufhistorie: Ein Erstbesucher, der drei Produkte angesehen hat, erhält bereits brauchbare Vorschläge.

Kontextbezogene Empfehlungen. Was Sie empfehlen, hängt davon ab, wo der Kunde gerade ist. Eine Empfehlung auf der Warenkorbseite (Cross-Selling) ist etwas ganz anderes als eine auf der Startseite (Entdecken).

Trendprodukte. Zeigt Produkte mit steigender Nachfrage: saisonale Artikel, Neuheiten, Produkte, die plötzlich gefragt sind.

Die Modelle aktualisieren sich laufend mit neuen Daten; niemand muss sie manuell neu trainieren.

Wie hängt ISS mit Adaptive Search zusammen?

Das wird oft verwechselt. Das Ranking der Suche übernimmt in Commerce Cloud das Modul Adaptive Search, das zur Commerce-Plattform gehört und nicht zu ISS (SAP Help: Adaptive Search Module). Merchandiser definieren damit Suchprofile pro Katalog, Kategorie oder Kundensegment, mit Facetten, Boost-Regeln, hervorgehobenen und zurückgestuften Artikeln sowie Sortierungen.

Zusammen decken die beiden die wichtigsten Hebel ab:

Such- und Kategorieseiten. Mit Adaptive Search heben Sie Neuheiten hervor, fördern margenstarke Produkte oder stufen nicht lieferbare Artikel zurück, global oder für bestimmte Kategorien und Segmente. Kategorieseiten nutzen dieselbe Suchkonfiguration, und dort steckt mehr Umsatz, als die meisten Commerce-Teams erwarten.

Karussells und Empfehlungen. ISS befüllt die Produktkarussells auf Start-, Produkt-, Kategorie- und Warenkorbseiten mit personalisierten oder strategiebasierten Produkten.

Menschliches Urteil plus maschinelles Lernen. Merchandiser setzen die Geschäftsregeln, die Verhaltensmodelle übernehmen das Ranking pro Kunde innerhalb dieser Regeln.

Was leistet das Merchandising mit ISS?

In der Praxis verdient ISS sein Geld vor allem im Merchandising:

Strategiegesteuerte Karussells. Merchandiser definieren Strategien (zum Beispiel «ähnliche Produkte», «häufig zusammen gekauft», «im Trend in dieser Kategorie»), und ISS wählt die Produkte pro Kunde und Kontext. Manuelles Fixieren bleibt möglich.

Geschäftsregeln. Marken hervorheben, Produkte ausschliessen, Margen oder Bestände berücksichtigen. Die KI arbeitet innerhalb der Regeln, die Sie setzen, nicht an ihnen vorbei.

A/B-Tests. Vergleichen Sie Strategien oder KI-gesteuerte Karussells mit manueller Auswahl und messen Sie, was für Ihren Katalog und Ihre Kunden besser konvertiert. So finden Sie heraus, ob sich Personalisierung in Ihrem Shop lohnt, statt es anzunehmen.

Welche Ergebnisse können Sie erwarten?

Die Wirkung von ISS hängt von Katalogumfang, Traffic, Datenqualität und davon ab, wie ausgereift Ihre Personalisierung vorher war. Pauschale Steigerungswerte nennen wir deshalb nicht. In Projekten gehen wir so vor: Ausgangswert festlegen (zum Beispiel die Klickrate eines statischen «Topseller»-Karussells, den Warenkorbwert, die Rate von Suche zu Warenkorb), eine ISS-Strategie einschalten und per A/B-Test vergleichen.

Zwei Bedingungen entscheiden über das Ergebnis. Erstens Traffic: Die Modelle lernen aus Verhalten, Shops mit wenig Traffic sehen kleinere Effekte. Zweitens Produktdaten: Empfehlungen auf Basis von Merkmalen sind nur so gut wie die Merkmale. Wer das grössere KI-Bild über den Commerce hinaus betrachtet, findet in unserer Übersicht SAP CX AI: Was funktioniert, was ist Roadmap eine Einordnung. Die KI-Seite der Storefront behandelt unser Beitrag zum MCP Server von SAP Commerce Cloud und agentischem Commerce.

Ob ISS zu Ihrem Shop passt, besprechen Sie am besten mit unserem Commerce-Team. Mehr zur Plattform finden Sie auf unserer Seite zu SAP Commerce Cloud.

Häufige Fragen

Ist ISS in Commerce Cloud enthalten?

ISS ist ein eigener SAP-Cloud-Dienst, der neben SAP Commerce Cloud arbeitet. Ob er Teil Ihres Abonnements ist, hängt von Ihrem Vertrag ab. Prüfen Sie Ihr Bestellformular oder fragen Sie SAP, bevor Sie die Einführung planen.

Wie viel Traffic braucht ISS, um wirksam zu sein?

Eine feste Schwelle gibt es nicht. Aber ISS lernt aus Verhalten: Je mehr Sitzungen und Bestellungen durch den Shop laufen, desto besser werden die Empfehlungen. Shops mit wenig Traffic profitieren mehr von inhaltsbasierten Strategien und Merchandiser-Regeln als von Collaborative Filtering.

Kann ich steuern, was ISS empfiehlt?

Ja. Merchandiser legen Strategien und Geschäftsregeln fest: Marken hervorheben, Produkte ausschliessen, Artikel auf bestimmte Plätze fixieren oder Margen- und Bestandsgrenzen berücksichtigen. Die KI personalisiert innerhalb dieser Regeln.

Funktioniert ISS mit der Composable Storefront?

Ja. Die Composable Storefront hat eine Integrationsbibliothek für ISS, die das Tracking und die Merchandising-Karussells als Standardkomponenten bereitstellt (Dokumentation der Composable Storefront). Mehr zur Storefront selbst in unserer Einführung in die Composable Storefront.

Wie schneidet ISS gegenüber Empfehlungs-Engines von Drittanbietern ab?

Der Vorteil von ISS ist die enge Integration mit Commerce Cloud: derselbe Katalog, dieselben Kundendaten und dieselbe Bestellhistorie, ohne zusätzliche Datensynchronisation. Drittanbieter wie Algolia, Nosto oder Dynamic Yield bieten unter Umständen mehr Algorithmen oder plattformübergreifenden Einsatz, brauchen aber zusätzliche Integration und Datenabgleich. Kurz: ISS gewinnt bei der Einfachheit, Drittanbieter bei der Flexibilität.

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