edubily: Von Shopify zu Headless Commerce fur den Schweizer Markt

Seitenladezeit
Organischer Suchverkehr
Multi-Wahrungsunterstutzung
Die Herausforderung
edubily verkauft Nahrungserganzungsmittel an gesundheitsbewusste Kunden in der Schweiz und den Nachbarlandern. Das Geschaft wuchs schnell. Die Technik hielt nicht mit.
Ihr Shopify-Shop hatte in den Anfangstagen gute Dienste geleistet, aber der Schweizer Markt hat spezifische Anforderungen, fur die Shopify nie gebaut wurde. Die Probleme hatten sich uber Monate aufgestaut:
- Keine Wallee-Integration: Der in der Schweiz am weitesten verbreitete Zahlungsanbieter — Bankuberweisungen, Twint und PostFinance — hatte keinen nativen Shopify-Connector. edubily nutzte einen Drittanbieter-Workaround, der nach jedem Shopify-Update nicht mehr funktionierte.
- Schwache Multi-Wahrungsunterstutzung: Shopifys Wahrungshandling war umstandlich. Schweizer Kunden erwarteten Zahlung in CHF. Kunden aus dem Ausland brauchten EUR. Der Wechsel zwischen beiden erzeugte inkonsistente Preisanzeigen und Reibung beim Checkout.
- Langsame Ladezeiten: Shopifys generische Theme-Engine verursachte Overhead. Produktseiten luden im Durchschnitt in 3,8 Sekunden. Fur eine Marke, die auf Vertrauen und Transparenz setzt, untergrab langsames Laden die Glaubwurdigkeit.
- Eingeschrankte SEO-Kontrolle: Shopify beschrankte den Zugriff auf Meta-Tags, strukturierte Daten und URL-Strukturen. Produktseiten hatten kein ordentliches Schema-Markup. Google rankte Wettbewerber mit besserer technischer SEO hoher — obwohl edubily starkeren Content hatte.
- Compliance-Probleme: Schweizer Gesundheitsvorschriften verlangen spezifische Kennzeichnung fur Nahrungserganzungsmittel — Dosierungsangaben, Allergenwarnungen, regulatorische Hinweise. Shopifys Liquid-Templates machten diese Layouts muhsam in der Erstellung und schwierig in der Pflege.
- Plattformgebuhren: Shopifys Transaktionsgebuhren und App-Abonnements summierten sich. Bei edubilys Volumen nahm die Plattform einen spurbaren Anteil an jedem Verkauf.
edubily brauchte einen eigenen Storefront — einen, der Schweizer Zahlungen, Schweizer Vorschriften und Schweizer Kundenerwartungen ohne Workarounds bewaltigt.
Der Ansatz
Wir migrierten edubily in drei Phasen uber zwolf Wochen auf eine Headless-Commerce-Architektur. Kein Big-Bang-Umstieg. Jede Phase ging unabhangig live, damit das Team vor dem nachsten Schritt validieren konnte.
Phase 1: Commerce-Engine und Storefront (Wochen 1–5)
Wir ersetzten Shopify durch zwei zusammenarbeitende Systeme: Medusa v2 als Commerce-Backend und Next.js 15 als kundengerichteten Storefront.
Medusa v2 ubernimmt die zentrale Commerce-Logik — Produktkatalog, Inventar, Bestellungen, Preise und Promotionen. Es lauft auf edubilys eigener Infrastruktur. Keine Plattformgebuhren. Kein Vendor-Lock-in. Das Team verwaltet Produkte uber Medusas Admin-Dashboard — alles, was Shopifys Admin konnte, ohne die monatliche Rechnung.
Fur den Storefront bauten wir eine Next.js 15-Applikation mit dem App Router. Jede Produktseite wird serverseitig gerendert, sodass Suchmaschinen den vollstandigen Inhalt beim ersten Laden sehen — kein JavaScript erforderlich. Wir konfigurierten Edge-Caching uber Vercel, damit Seiten vom nachstgelegenen Standort geladen werden. Die durchschnittliche Ladezeit sank von 3,8 Sekunden auf 1,4 Sekunden.
Wir migrierten 340 Produkte, 12 Kollektionen und die komplette Bestellhistorie. Kunden loggten sich mit ihren bestehenden Konten ein — wir ubernahmen Shopify-Kundendaten in Medusa-Profile ohne Datenverlust.
Phase 2: Zahlungen und Multi-Wahrung (Wochen 6–8)
Wir integrierten Wallee direkt in den Checkout-Ablauf. Schweizer Kunden konnen jetzt mit Twint, PostFinance, Bankuberweisung oder Kreditkarte bezahlen — alles uber einen einzigen Zahlungsanbieter, ohne Workarounds, ohne Drittanbieter-Plugins, die am Update-Tag kaputtgehen.
Multi-Wahrung funktioniert jetzt richtig. CHF ist Standard fur Schweizer Kunden, erkannt per IP-Geolokalisierung. EUR steht Kunden in Deutschland, Osterreich und dem Rest Europas zur Verfugung. Preise werden pro Wahrung separat in Medusa gepflegt — keine Live-Umrechnung mit schwankenden Kursen. Der Kunde sieht einen Preis, zahlt diesen Preis, fertig.
Wir fugten ausserdem Apple Pay und Google Pay fur den mobilen Checkout hinzu. Mobile macht 62% von edubilys Traffic aus — weniger Reibung beim mobilen Checkout wirkte sich direkt auf die Conversion aus.
Phase 3: Suche, Compliance und Performance (Wochen 9–12)
Wir setzten MeiliSearch als Produktsuchmaschine ein. Shopifys eingebaute Suche war einfach gestrickt — keine Tippfehlertoleranz, keine facettierte Filterung, keine Sofortergebnisse. MeiliSearch liefert Ergebnisse in unter 50 Millisekunden mit Tippfehlerkorrektur, Synonym-Matching und Filtern fur Kategorie, Preisbereich, Ernahrungstyp und Allergeninformationen.
Fur die regulatorische Compliance bauten wir ein massgeschneidertes Modul zur Nahrungserganzungsmittel-Kennzeichnung. Jedes Produkt kann strukturierte Compliance-Daten fuhren: Inhaltsstoffe mit Dosierungen, Allergendeklarationen, Registrierungsnummern der Schweizer Gesundheitsbehorde und regulatorische Hinweise. Diese Daten werden konsistent auf Produktseiten, Warenkorbzusammenfassungen und Bestellbestatigungen dargestellt — eine einzige Datenquelle, kein Kopieren zwischen Templates.
Zum Abschluss implementierten wir strukturierte Daten auf jeder Produktseite: Product-Schema mit Preis, Verfugbarkeit, Bewertungen und Nahrwertinformationen. Google begann innerhalb von drei Wochen nach Launch Rich Results anzuzeigen.
Die Ergebnisse
Drei Monate nach der Migration bestatigte die Zahlen, was das Team bereits spurte: Der neue Stack funktionierte.
- Seitenladezeit sank um 60%. Von 3,8 Sekunden auf durchschnittlich 1,4 Sekunden. Serverseitiges Rendering und Edge-Caching machten den Unterschied. Core Web Vitals wechselten auf allen Produktseiten von Gelb zu Grun.
- Organischer Suchverkehr stieg um 35%. Bessere Core Web Vitals, ordentliche strukturierte Daten und saubere URL-Strukturen schoben edubily in den Suchergebnissen nach oben. Produktseiten erschienen in Googles Rich Results fur Suchanfragen zu Nahrungserganzungsmitteln.
- Volle Multi-Wahrungsunterstutzung. CHF und EUR mit stabilen, gepflegten Preisen. Keine Umrechnungsuberraschungen. Checkout-Abschlussraten fur Kunden aus dem Ausland verbesserten sich merklich.
- Null Plattformgebuhren. Medusa ist Open-Source und selbst gehostet. Shopify-Abonnement, Transaktionsgebuhren und App-Add-ons — alles weg. Die Infrastrukturkosten betragen einen Bruchteil dessen, was Shopify verlangte.
- Compliance-Labels werden uberall korrekt dargestellt. Das massgeschneiderte Modul deckt Schweizer Nahrungserganzungsmittel-Vorschriften ohne Template-Hacks ab. Ein neues Compliance-Feld hinzuzufugen dauert Minuten, nicht einen Entwicklungssprint.
- Produktsuche in unter 50 ms. MeiliSearch beherrscht Tippfehler, Synonyme und facettierte Filterung. Kunden finden schneller, was sie brauchen. Suchgetriebene Conversions stiegen.
edubilys Team kontrolliert den Storefront jetzt vollstandig. Neue Features gehen live, ohne auf eine Shopify-App warten zu mussen. Preisanderungen passieren im Medusa-Admin, nicht uber CSV-Importe. Die Zahlungsabwicklung funktioniert zuverlassig — keine Ausfalle nach Updates mehr.
Die Nahrungserganzungsmittel verkaufen sich weiter. Die Plattform steht nicht im Weg.
Lösungen für E-Commerce
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