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Wie Spadoom und Franke in nur 90 Tagen eine moderne E-Commerce-Plattform aufgebaut haben
Insights · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von Cyrill Pedol ·7 Min. Lesezeit

Wie Spadoom und Franke in nur 90 Tagen eine moderne E-Commerce-Plattform aufgebaut haben

Cyrill Pedol

Cyrill Pedol

SAP Commerce Lead, Spadoom AG

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Wir haben die SAP-Commerce-Cloud-Plattform von Franke in 90 Tagen live gebracht. Die Zahl bezieht sich auf den Commerce-Start, nicht auf eine ERP-Implementierung: Das S/4HANA von Franke war bereits im Einsatz, und der Start war eine Etappe in einer Partnerschaft, die heute sechs Jahre umfasst.

Ich habe die Commerce-Seite des Projekts geleitet. In diesem Beitrag geht es deshalb weniger um die Schlagzeile als um die Entscheidungen, die den Zeitplan gehalten haben.

Kurzfassung: Wir haben die SAP-Commerce-Cloud-Plattform von Franke in 90 Tagen live gebracht (Commerce-Start) und einen festgefahrenen, serverseitig gerenderten Shop durch eine Headless-Architektur für B2B und B2C ersetzt, integriert mit S/4HANA und SAP Cloud for Customer. Die manuellen Bestellungen sanken um rund 75 %, die Plattform verbindet heute über 10 globale Kanäle, und das Projekt gewann den SAP Quality Award für “Rapid Time to Value”. Was den Unterschied machte: Standard vor Eigenentwicklung, wöchentliche Entscheidungen mit echter Befugnis und Integrationsarbeit ab dem ersten Tag.

Die Ausgangslage bei Franke

Als wir mit Franke zu arbeiten begannen, war die Plattform in schlechtem Zustand. Ein früherer Partner hatte sie mangelhaft umgesetzt: veraltete Technologie, keine saubere Integration in die SAP-Landschaft und kein durchgängiges Servicekonzept. Ein grosser Teil der Bestellungen kam noch per Telefon und musste im Service-Center erfasst werden. Die serverseitige Architektur machte jedes neue Land und jeden neuen Kanal teuer.

Franke brauchte niemanden, der Symptome behandelt, sondern einen Partner, der die technische Verantwortung inklusive Projektleitung übernimmt und die Plattform auf ein stabiles Fundament stellt. Den vollständigen Hintergrund finden Sie in der Erfolgsgeschichte von Franke.

Was den 90-Tage-Zeitplan möglich machte

SAP Commerce Cloud ist eine ausgereifte Plattform: SAP wurde zum elften Mal in Folge als Leader im Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce eingestuft (SAP News Center, November 2025). Diese Reife ist eine Voraussetzung. Den Zeitplan selbst haben vier Entscheidungen möglich gemacht.

Standard zuerst. Wir haben früh festgelegt, die Standardfunktionen und Storefront-Komponenten der SAP Commerce Cloud überall dort zu nutzen, wo es geht. Eigenentwicklung gab es nur für echte Lücken, nicht für Vorlieben. Auf die Frage “Können wir das anpassen?” lautete die erste Gegenfrage “Wozu?”.

Jede Woche entscheiden, nicht jeden Monat. Ein wöchentlicher Steuerungsausschuss mit der Führung von Franke, den Projektleitern und den Fachexperten, dazu klare Eskalationswege. Alle im Raum wussten, was sie entscheiden durften. In einem 90-Tage-Projekt kostet eine Entscheidung, die auf die nächste Monatssitzung wartet, einen ganzen Sprint.

Sichtbarer Fortschritt alle zwei Wochen. Zweiwöchige Sprints mit einer funktionierenden Demo am Ende. Die Beteiligten sahen echte Funktionen statt Statusfolien; das hielt das Tempo hoch und machte Abwägungen beim Umfang greifbar.

Beide Seiten am Tisch. Die Teams von Franke brachten das Prozess- und Kundenwissen ein, wir die Erfahrung mit SAP Commerce Cloud und der Integration. Weil beide Seiten bei jeder Entscheidung dabei waren, mussten nur wenige Fragen weitergereicht werden.

SAP Quality Award für das SAP-Commerce-Cloud-Projekt von Franke

Die gewählte Architektur

Headless statt serverseitigem Rendering. Wir haben die alte serverseitige Storefront durch eine Headless-Architektur für die B2B- und B2C-Shops ersetzt. Frontend und Commerce-Backend entwickeln sich nun unabhängig voneinander, und genau das erlaubt es, Kanäle hinzuzufügen, ohne den Kern anzufassen. Wer das SAP-eigene Storefront-Framework gegen ein eigenes React-Frontend abwägt, findet die Vor- und Nachteile in unserem Vergleich SAP Composable Storefront vs. React/Next.js; SAP beschreibt die Angular-basierte Variante in der Dokumentation zur Composable Storefront.

Saubere Integration in S/4HANA und C4C. Bestellungen, Preise, Verfügbarkeiten und Kundendaten fliessen über definierte Schnittstellen zwischen SAP Commerce Cloud, S/4HANA und SAP Cloud for Customer, statt über manuelle Umwege. Erst diese Integration macht aus einem Shop einen Prozess: Die Online-Bestellung wird im ERP verbucht, ohne dass jemand sie abtippt.

Ein Self-Service-Bereich. Kundinnen und Kunden erfassen und verwalten ihre Bestellungen selbst, prüfen den Status und finden ihre Dokumente, ohne das Service-Center anzurufen. Dieser Teil des Projekts hat die grösste Zahl bewegt.

Rechenzentrum als Symbol für die verwaltete Infrastruktur der SAP Commerce Cloud

Was unterwegs schiefging

Jedes Projekt stösst auf Hindernisse; entscheidend ist, ob die Projektsteuerung sie auffängt, ohne den Termin zu verschieben. Zwei stachen heraus.

Externe Integrationen waren aufwendiger als geplant. Die Anbindung von Logistik- und Zahlungsanbietern dauerte länger als geschätzt. Wir haben jede Komponente zuerst isoliert integriert und getestet, bevor wir sie ans Gesamtsystem angeschlossen haben. So blieben Fehler klein und leicht auffindbar.

Die Einführung brauchte mehr Aufmerksamkeit. Die internen Teams von Franke mussten neue Abläufe lernen. Wir haben Schulungen und Walkthroughs in den Sprint-Rhythmus eingebaut, damit die künftigen Betreiber die Plattform während des Aufbaus kennenlernten und nicht erst nach dem Start.

Keines der beiden Probleme hat den Go-live verschoben, weil der wöchentliche Steuerungsausschuss schnell entscheiden konnte.

Die Ergebnisse

Diese Zahlen stammen aus der veröffentlichten Franke-Erfolgsgeschichte:

  • Rund 75 % weniger manuelle Bestellungen. Der Self-Service-Bereich hat dem Service-Center einen grossen Teil der Telefonbestellungen abgenommen und die Betriebskosten gesenkt.
  • Über 10 globale Kanäle laufen heute auf derselben Plattform, darunter das Kassensystem in Australien.
  • SAP Quality Award für “Rapid Time to Value”. Die Anerkennung von SAP für Tempo und Qualität der Umsetzung.

Das längerfristige Ergebnis zählt genauso: eine stabile Plattform, auf der Franke aufbauen kann, statt einer, um die man herumarbeiten muss.

Netzwerkvisualisierung als Symbol für die Integrationsarchitektur der SAP Commerce Cloud

Was andere Unternehmen daraus mitnehmen können

Nicht jedes Projekt muss in 90 Tagen live gehen. Die Muster gelten für jeden Zeitplan.

Von Anfang an in die Steuerung investieren. Entscheidungsstaus schaden einem Sechsmonatsprojekt genauso; sie fühlen sich nur weniger dringend an, bis sie sich vor dem Go-live stapeln.

Standard als Normalfall. Jede Eigenentwicklung müssen Sie warten und bei Upgrades mitziehen. Behalten Sie das Budget für Individuelles dem vor, was Ihr Geschäft wirklich unterscheidet.

Integration ab dem ersten Tag. Zahlungs-, Logistik- und ERP-Anbindungen liefen parallel zur Storefront-Arbeit. Wer wartet, bis die Plattform “fertig” ist, macht aus kurzen Projekten lange.

Schulung parallel zum Aufbau. Teams, die das System während der Entwicklung kennenlernen, sind beim Go-live produktiv; Teams, die erst danach geschult werden, brauchen Wochen, um aufzuholen.

Wer SAP Commerce noch on-premise betreibt, sollte zuerst lesen, was nach dem Ende der Mainstream-Wartung zu tun ist. Für die Budgetplanung hilft unser Leitfaden zu Preisen und TCO der SAP Commerce Cloud, und wer noch einen Partner sucht, findet in unserer Übersicht der SAP-Commerce-Cloud-Implementierungspartner in der Schweiz die Kriterien, die ein Projekt entscheiden. Was wir liefern, zeigt unsere Lösungsseite zu SAP Commerce Cloud.


Sie planen ein SAP-Commerce-Cloud-Projekt? Wir beginnen mit einem Discovery-Workshop, der die Architektur festlegt, die Integrationen erfasst und einen realistischen Zeitplan liefert, ob 90 Tage oder sechs Monate. Sprechen Sie mit uns.

Häufig gestellte Fragen

Lässt sich jedes SAP-Commerce-Cloud-Projekt in 90 Tagen live bringen?

Nein, und wir würden es auch nicht versprechen. Die 90 Tage bei Franke beziehen sich auf den Commerce-Start, innerhalb einer langjährigen Partnerschaft und einer bestehenden S/4HANA-Landschaft. Projekte mit viel individueller Geschäftslogik, komplexen B2B-Abläufen oder einer grossen Datentransformation brauchen mehr Zeit. Die Prinzipien (Standard zuerst, schnelle Entscheidungen, frühe Integration) verkürzen aber jeden Zeitplan.

Was genau umfassten die 90 Tage?

Den Start der SAP-Commerce-Cloud-Plattform: die neuen Headless-Shops für B2B und B2C, den Self-Service-Bereich und die Integration mit S/4HANA und SAP Cloud for Customer. Es war keine neue ERP-Implementierung; das S/4HANA von Franke lief bereits.

Welche Ergebnisse hat Franke erzielt?

Die manuellen Bestellungen sanken um rund 75 %, was das Service-Center stark entlastet und die Betriebskosten gesenkt hat. Die Plattform ist heute der zentrale Hub für über 10 globale Vertriebskanäle, darunter das Kassensystem in Australien. Das Projekt gewann den SAP Quality Award für Rapid Time to Value.

Was kostet ein solches Projekt?

Das Budget von Franke veröffentlichen wir nicht, und die Zahl eines Kunden lässt sich ohnehin nicht auf einen anderen übertragen. Die Kosten hängen von Umfang, Anzahl Kanäle, Integrationen und der Menge an individueller Logik ab. Unser Leitfaden zu Preisen und TCO der SAP Commerce Cloud zeigt die typischen Kostenblöcke; ein Discovery-Workshop liefert die Zahl für Ihren Umfang.

Was bedeutet eine Standards-first-Architektur?

Standardfunktionen und Storefront-Komponenten der SAP Commerce Cloud sind der Normalfall; eigener Code entsteht nur dort, wo die Plattform eine Anforderung wirklich nicht abdeckt. Individuelle Entwicklung bleibt dem vorbehalten, was das Geschäft unterscheidet, etwa eigene Preisregeln. Jede Eigenentwicklung, die Sie weglassen, müssen Sie nie warten oder upgraden.

Composable StorefrontSAP Commerce CloudSAP Customer ExperienceHeadless CommerceSAP Quality Awards
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