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Vier Sprachen, ein CRM: SSCV2 wirklich mehrsprachig machen
Implementation · Erstmals veröffentlicht am ·Aktualisiert am von Dario Pedol ·6 Min. Lesezeit

Vier Sprachen, ein CRM: SSCV2 wirklich mehrsprachig machen

Dario Pedol

Dario Pedol

CEO Spadoom AG & Sprecher DSAG AG CX Schweiz

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Die Schweiz hat vier Landessprachen, und ein Schweizer CRM-Rollout, der nur Deutsch spricht, ist ein halber Rollout. Wir haben SAP Sales and Service Cloud V2 auf Kundenprojekten vollständig auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch eingerichtet. Die Plattform kann das. Das Wissen darüber ist verstreut, und das meiste, was bei uns schiefging, ging konzeptionell schief, nicht technisch.

Kurzfassung: In SSCV2 entscheidet die Anmeldesprache der Sitzung über alles, und ein Neuladen ändert sie nicht. Feldlabels und Codewerte sind zwei getrennte Übersetzungsaufgaben. Mashups erhalten die Sprache nur über einen System-Parameter, der pro Mashup und pro Mandant gebunden wird. Die Sprache muss im Mandanten aktiv sein, bevor sich jemand darin anmelden kann. Und alle vier Sprachen gehören zur Definition of Done, geprüft nach einer frischen Anmeldung.

Regel 1: Massgeblich ist die Anmeldesprache

Die Anzeigesprache einer SSCV2-Sitzung ist die beim Login gewählte Sprache, fixiert bis zum Abmelden. Nicht die Browsersprache, nicht ein Präferenzfeld am Benutzerdatensatz, keine Angabe im Token. Wer das einmal akzeptiert, sieht die Hälfte des rätselhaften Verhaltens verschwinden.

Das hat eine tückische Folge fürs Testen. Kolleginnen wechseln die Sprache, laden die Seite neu, sehen die alte Sprache und melden einen Fehler. Abmelden, wieder anmelden, erst dann urteilen. Wir haben erlebt, wie völlig korrekte Übersetzungen im Test durchfielen, einzig wegen eines Neuladens.

Regel 2: Die Sprache muss im Mandanten aktiv sein

Bevor irgendetwas davon zählt, muss die Sprache im Mandanten eingeschaltet sein: aktiviert und als Kommunikationssprache freigegeben. Fehlt das, kann sie niemand beim Login wählen, und Ihr französischer Abnahmetest kann gar nicht beginnen. Die Prüfung dauert eine Minute und erspart einen verlorenen Testtag.

Regel 3: Übersetzen sind zwei Aufgaben, nicht eine

Feldlabels und die Werte in Auswahllisten werden getrennt gepflegt, über unterschiedliche Dienste. Labels laufen über die Sprachanpassung, ein Eintrag pro Sprache. Codewerte haben ihre eigenen Texte pro Sprache. Übersetzen Sie nur die Labels, sehen Ihre französischsprachigen Benutzer ein tadelloses Label über einer Liste roher technischer Codes.

Zwei kleinere Lehren kommen dazu. Erstens: lesen, bevor Sie schreiben. Echte Mandanten sind selten sauber; wir haben dasselbe Label in zwei Sprachen leer gefunden, in der dritten mit Tippfehler und in der vierten mit einem Testtext. Zweitens: Eine gepflegte Übersetzung hat Vorrang vor dem fest hinterlegten Label. Ein falsch benanntes Feld braucht deshalb selten eine unumkehrbare Änderung an der Oberfläche, sondern vier gute Übersetzungen.

SAP beschreibt die Werkzeuge in der Dokumentation zu SAP Sales Cloud V2; die zugrunde liegenden Dienste sind im SAP Business Accelerator Hub aufgeführt.

Regel 4: Eingebettete Seiten kennen die Sprache nur, wenn man sie mitgibt

Mashups, also die Seiten, die man ins CRM einbettet, sind der Ort, an dem Mehrsprachigkeit meistens scheitert. Das iframe sieht nicht, in welcher Sprache die umgebende Sitzung läuft. Das Mashup muss sie mitgeben: In der Mashup-Konfiguration binden Sie einen URL-Parameter (bei uns lang) an den System-Parameter für die Anmeldesprache und bei der Gelegenheit einen Parameter theme an das System-Theme. SAP Learning zeigt die Bindung in Configuring a Mashup in SAP Sales Cloud and SAP Service Cloud Version 2.

Zwei Fallen. Die Bindung wird pro Mashup konfiguriert, nicht pro Seite, und Mashups wandern nicht mit dem Code-Repository mit: Jeder Mandant braucht sie neu. Und die naheliegenden Umwege funktionieren nicht. Das Präferenzfeld am Benutzer ist oft leer und wirkt nicht auf die Sitzung; die Browsersprache ist die des Browsers, nicht die des CRM; das Token enthält keine Sprachangabe. Wir haben einen eigenen Lookup in beide Richtungen scheitern sehen: ein leeres Feld, das nichts liefert, und ein veraltetes, das die korrekte Sitzungssprache überschreibt. Nehmen Sie die Sprache, die Ihnen die Plattform reicht, und halten Sie die Texte bei der Seite. Wie wir solche Seiten bauen, zeigt der Beitrag Sales Cloud V2 mit eigenen Apps auf SAP BTP erweitern.

Regel 5: Sprachen gehören zur Definition of Done, nicht zur Nacharbeit

Die grösste Lehre ist organisatorisch. Lieferungen kamen aus dem Kundentest zurück, nicht weil eine Übersetzung fehlte, sondern weil Übersetzen als letzter Feinschliff behandelt wurde. Unsere Regel heute: Nichts geht zum Kunden, bevor zwei Prüfungen erledigt sind.

  1. Alle vier Sprachen sind vorhanden für jedes neue Label, jeden Codewert und jede Meldung, auch für die Fehlermeldungen eigener Prüflogik.
  2. Eine Nicht-Standardsprache prüft ein Mensch nach frischer Anmeldung, nicht nach einem Neuladen, auf jedem geänderten Bildschirm und Mashup.

Jede Prüfung dauert eine Minute, und jede gibt es, weil ihr Fehlen uns einmal eine zusätzliche Testrunde gekostet hat. Früh prüfen ist billiger als doppelt testen, erst recht in vier Sprachen.

Das ist eine der Lücken, die wir in unserer ehrlichen Einschätzung der Grenzen von Sales Cloud V2 beschreiben: Die Plattform unterstützt die Sprachen, die Disziplin in der Umsetzung muss aus dem Projekt kommen. Es ist auch eine gute Frage an jeden Partner auf einer Schweizer Shortlist, wie in unserer Übersicht der SAP-CX-Beratungen in der Schweiz.

Rollouts in vier Sprachen sind in unseren Schweizer Projekten Standard; unsere Seite zur SAP CX Beratung Schweiz beschreibt, wie wir sie liefern.

Wer Sales Cloud V2 oder Service Cloud V2 in einem mehrsprachigen Markt betreibt und diese Prüfungen lieber im Vorgehen verankert als im Test entdeckt: Sprechen Sie mit uns.

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