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SAP Commerce On-Prem vs. Cloud: Was Abwarten wirklich kostet
Architecture · ·7 Min. Lesezeit

SAP Commerce On-Prem vs. Cloud: Was Abwarten wirklich kostet

Andreas Granzer

Andreas Granzer

SAP Commerce & AI Architect, Spadoom AG

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Die meisten SAP Commerce On-Prem-Kunden wissen, dass sie wechseln müssen. Die Frage ist nicht «ob», sondern «wann». Und hinter dieser Frage verbirgt sich die eigentliche Falle: Jeder Monat Verzögerung treibt Ihre Gesamtbetriebskosten nach oben. Nicht nach unten. Nach oben.

Cloud-Migrationen liefern 20 bis 35 % Kostenreduktion gegenüber Legacy-Betriebskosten, wenn sie sauber geplant sind (Datastackhub, 2025). Dieser Beitrag schlüsselt die realen Zahlen auf. Kein Vendor-Marketing. Keine theoretischen Modelle. Konkrete Kostenkategorien, die wir über unsere SAP Commerce-Projekte hinweg beobachten.

TL;DR: SAP Commerce On-Prem nach EoMM kostet 40-60 % mehr als Commerce Cloud bei gleicher Leistungsfähigkeit. Cloud-Migrationen bringen 20-35 % Einsparungen gegenüber Legacy-Kosten (Datastackhub, 2025). Eine typische Migration (CHF 250’000-600’000) amortisiert sich innert 12-18 Monaten durch wegfallende Infrastruktur-, Sicherheits- und Betriebskosten. Die Franke-Migration dauerte 90 Tage und gewann einen SAP Quality Award.

Jährliche TCO: On-Prem (nach EoMM) vs. Commerce CloudGruppiertes Balkendiagramm mit fünf Kostenkategorien. Lizenz: On-Prem CHF 215K vs. Cloud CHF 250K. Infrastruktur: On-Prem CHF 138K vs. Cloud inklusive. Sicherheit: On-Prem CHF 115K vs. Cloud inklusive. Ops-Team: On-Prem CHF 160K vs. Cloud CHF 45K. Erweiterte Wartung: On-Prem CHF 60K vs. Cloud N/A. Total: On-Prem CHF 688K vs. Cloud CHF 295K. Quelle: Spadoom-Projektdaten.Jährliche TCO: On-Prem (nach EoMM) vs. Commerce CloudMittelgrosses Deployment, in Tausend CHFOn-Prem (nach EoMM)Commerce CloudLizenzInfrastrukturSicherheitOps-TeamErw. Wartung215K138K115K160K60K250KInkl.Inkl.45KN/ATotalCHF 688KCHF 295K−57%Quelle: Spadoom-Projektdaten (2019-2025)

Was liegt unter der Oberfläche der On-Prem-Kosten?

47 % der IT-Verantwortlichen nennen technische Schulden als Haupttreiber für Mehrausgaben bei Cloud-Infrastruktur (IDC, 2024). Aber die Kostenstruktur von On-Prem nach EoMM geht weit über technische Schulden hinaus. Ihre SAP Commerce-Lizenzgebühr ist die sichtbare Spitze. Unter der Wasseroberfläche liegt alles, was Ihr Budget tatsächlich belastet.

Infrastrukturkosten

On-Prem bedeutet: Sie besitzen die Hardware, das Hosting, das Netzwerk und die Verfügbarkeit. Für ein mittelgrosses SAP Commerce-Deployment heisst das typischerweise CHF 8’000 bis 15’000 pro Monat für Produktions-, Staging- und Entwicklungsumgebungen. Dazu 1 bis 2 Vollzeitstellen, die sich um den stabilen Betrieb der Plattform kümmern. Und redundante Disaster-Recovery-Infrastruktur, die 99 % der Zeit im Leerlauf steht.

Bei SAP Commerce Cloud ist die Infrastruktur im Abonnement enthalten. SAP verwaltet Hosting, Skalierung, Patching und Verfügbarkeit. Sie brauchen kein dediziertes Ops-Team für die Commerce-Plattform.

Sicherheitskosten nach EoMM

Hier werden die Zahlen unangenehm. Nach Juli 2026 garantiert SAP keine Sicherheitspatches mehr für nicht-kritische Schwachstellen. Sie akzeptieren entweder das Risiko oder beauftragen Spezialisten, Custom Patches zu entwickeln und zu testen. Custom Patching für eine einzelne kritische Schwachstelle kann CHF 20’000 bis 50’000 pro Vorfall kosten. Und ein Datenschutzvorfall in der EU (DSGVO) kann Bussen von bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes nach sich ziehen. Das ist die Art von Zahl, bei der CFOs aufhorchen.

Ein mittelgrosser Retailer, den wir analysiert haben, schätzte sein Post-EoMM-Budget für Sicherheitspatching auf CHF 120’000 pro Jahr. Und das deckte nur die bekannten Schwachstellen ab.

Talentkosten

Der Markt für SAP Commerce On-Prem-Entwickler erreichte seinen Höhepunkt um 2020. Seitdem schrumpft der Talentpool stetig.

Tagessätze für On-Prem-Spezialisten liegen bei CHF 1’400 bis 1’800 pro Tag, Tendenz steigend. Tagessätze für Commerce Cloud-Entwickler bei CHF 1’200 bis 1’600 pro Tag, stabil, mit grösserem Talentpool. Rekrutierung: On-Prem-Stellen brauchen 30 bis 50 % länger zur Besetzung als Cloud-Äquivalente.

Wenn Sie Onboarding, Wissenstransfer und das Risiko einrechnen, dass ein einzelner Entwickler kritisches Plattformwissen hält, kann allein die Talentprämie eine Migration rechtfertigen. Ich finde, mehr CFOs sollten sich diese Zahl ansehen.

Opportunitätskosten

Der am meisten unterschätzte Posten. Jedes Feature, das Ihr Unternehmen braucht, aber nicht ausliefern kann, weil die Plattform eingefroren ist, hat einen Preis. Ein Wettbewerber lanciert eine Same-Day-Delivery-Integration: Sie können 6 Monate lang nicht nachziehen. Ihr Marketing-Team möchte A/B-Testing für Checkout-Flows: Ihr On-Prem-Setup erfordert Custom Development. Mobile Conversion Rates sinken: ein modernes PWA-Frontend würde das lösen, aber Ihre monolithische Architektur macht daraus ein 4-Monats-Projekt.

Das ist realer Umsatz, den Sie liegen lassen, während Sie warten.

Rechenzentrums-Infrastruktur als Sinnbild für das Managed Hosting von SAP Commerce Cloud

Was ist bei Commerce Cloud tatsächlich enthalten?

SAP ist seit 11 Jahren in Folge Leader im Gartner Magic Quadrant für Digital Commerce (SAP News Center, 2025). Commerce Cloud basiert auf einem Abo-Modell, das verwaltete Infrastruktur (Produktion, Staging, Entwicklung), automatische Updates und Sicherheitspatches, integriertes CDN und Edge Caching, elastische Skalierung bei Traffic-Spitzen sowie SAP-Support mit Cloud-priorisierten SLAs umfasst.

Für ein vergleichbares mittelgrosses Deployment sieht die jährliche Gesamtkostenaufstellung typischerweise so aus:

KostenkategorieOn-Prem (nach EoMM)Commerce Cloud
Lizenz/AbonnementCHF 180’000-250’000CHF 200’000-300’000
InfrastrukturCHF 96’000-180’000Inklusive
SicherheitspatchingCHF 80’000-150’000Inklusive
Ops-Team (anteilige FTE)CHF 120’000-200’000CHF 30’000-60’000
Erweiterte WartungsprämieCHF 40’000-80’000N/A
Jährliche GesamtkostenCHF 516’000-860’000CHF 230’000-360’000

Das sind Richtwerte aus unserer Projekterfahrung. Ihre Zahlen variieren je nach Deployment-Grösse, Anpassungskomplexität und Region. Aber das Muster bleibt: On-Prem nach EoMM kostet 40 bis 60 % mehr als Commerce Cloud für dasselbe Geschäftsergebnis. Das ist kein Rundungsfehler. Das ist ein Budgetgespräch, das Ihr Finanzteam führen muss.

Unser komplettes SAP Commerce Cloud Angebot, inklusive Preisen, Migrationsmethodik und Branchen-Use-Cases, finden Sie auf unserer SAP Commerce Cloud Lösungsseite.

Wie wächst die Kostenlücke mit der Zeit?

Jeder Monat, den Sie nach EoMM auf On-Prem bleiben, vergrössert die Lücke. Entwickler verlieren im Schnitt 23 % ihrer Arbeitszeit an technische Schulden (Journal of Systems and Software, 2023). Auf einer eingefrorenen Plattform wächst dieser Anteil nur noch.

Monat 1 bis 6: Gebühren für erweiterte Wartung greifen. Ihr Team verbringt zusätzliche Stunden mit manuellem Patching. Keine neuen Features.

Monat 7 bis 12: Erste Sicherheitsvorfälle, die in der Cloud automatisch gepatcht worden wären. Ein oder zwei Schlüsselentwickler wechseln zu Cloud-Projekten. Die Nachbesetzung dauert 3 bis 4 Monate.

Monat 13 bis 24: Die Plattform liegt nun zwei grosse Versionen hinter Commerce Cloud zurück. Die Migrationskomplexität steigt um 20 bis 30 % im Vergleich zu einer Migration zum EoMM-Zeitpunkt. Ihre Wettbewerber haben Features ausgeliefert, die Sie nicht abbilden können.

Monat 25+: Notfallmodus. Die Migration ist nicht mehr optional. Sie ist dringend. Überstürzte Migrationen kosten 30 bis 50 % mehr als geplante. 83 % der Datenmigrationsprojekte überschreiten schon unter normalen Bedingungen ihr Budget (Bloor Group, 2023). Wer unter Druck startet, verschlechtert diese Quote weiter.

Ich habe das bei Kunden erlebt, die im Monat 20 zu uns kamen. Das Gespräch ist immer dasselbe: «Wir hätten früher anfangen sollen.» Ja. Hätten Sie.

Was kostet die Migration konkret?

Eine typische Migration von SAP Commerce On-Prem zu Commerce Cloud kostet zwischen CHF 250’000 und CHF 600’000, abhängig von der Anzahl der Storefronts und Märkte, der Komplexität der Anpassungen, dem Datenvolumen und Bereinigungsbedarf, der Anzahl der Integrationen und der Verfügbarkeit des internen Teams.

Das ist eine einmalige Investition. Vergleichen Sie sie mit der jährlichen Kostendifferenz von CHF 200’000 bis 500’000, und die Migration amortisiert sich innert 12 bis 18 Monaten. Die Rechnung ist glasklar.

Wir haben die Franke-Migration in 90 Tagen abgeschlossen und dafür einen SAP Quality Award gewonnen. Dieses Projekt hat bewiesen: Eine schnelle Migration ist nicht nur möglich. Sie ist der kostenoptimale Weg.

Digitale Netzwerkvisualisierung als Sinnbild für Cloud-Migrationsarchitektur

Was machen kluge Unternehmen anders?

90 % der Unternehmen, die ihre E-Commerce-Plattform migriert haben, meldeten Verbesserungen bei Umsatz und Absatz (commercetools, 2024). Die Unternehmen, die am stärksten aus dem EoMM hervorgehen, teilen drei Gewohnheiten.

Sie starten früh. Nicht sechs Monate vor der Deadline. Zwölf Monate vorher. Frühstarter wählen ihren Zeitplan, statt ihn auferlegt zu bekommen.

Sie räumen auf, bevor sie umziehen. Tote Anpassungen, ungenutzte Integrationen, Legacy-Daten: alles wird vor der Migration auditiert und entfernt. Das senkt die Migrationskosten um 15 bis 25 %.

Sie migrieren iterativ. Kein Big-Bang-Cutover. Markt für Markt, Storefront für Storefront. Agile Ansätze haben eine Erfolgsquote von 42 % gegenüber 13 % bei Wasserfall (Standish Group, 2020).


Auf SAP Commerce On-Prem nach Juli 2026 zu bleiben, ist keine Sparstrategie, sondern schlicht eine Verluststrategie. Das Migrationsinvestment zahlt sich aus. Die Frage ist, ob Sie es zu Ihren Bedingungen tätigen oder unter Termindruck.

Sprechen Sie mit uns. Wir zeigen Ihnen genau, was Ihre Migration kosten würde und wie schnell sie machbar ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel teurer ist On-Prem nach EoMM im Vergleich zu Commerce Cloud?

Basierend auf unseren Projektdaten kostet On-Prem nach EoMM 40 bis 60 % mehr als Commerce Cloud bei gleicher Leistungsfähigkeit. Die grössten Kostentreiber sind Infrastruktur (CHF 96’000 bis 180’000 pro Jahr, die bei Commerce Cloud im Abonnement enthalten sind), Sicherheitspatching (CHF 80’000 bis 150’000 pro Jahr) und der Overhead des Betriebsteams. Cloud-Migrationen liefern 20 bis 35 % Einsparungen gegenüber Legacy-Betriebskosten, wenn sie sauber geplant sind.

Wie lange dauert es, bis sich eine Commerce Cloud Migration amortisiert?

Typischerweise 12 bis 18 Monate. Eine mittelgrosse Migration kostet CHF 250’000 bis 600’000 als einmalige Investition. Die jährliche Kostendifferenz zwischen On-Prem (nach EoMM) und Commerce Cloud beträgt CHF 200’000 bis 500’000. Nach dem ersten Jahr sparen Sie jeden Monat Geld und gewinnen dazu Features, Sicherheitspatches und elastische Skalierung, die On-Prem nicht liefern kann.

Was ist in SAP Commerce Cloud enthalten, wofür wir heute separat bezahlen?

Das Commerce-Cloud-Abonnement deckt verwaltete Infrastruktur (Produktions-, Staging- und Entwicklungsumgebungen), automatische Sicherheitspatches und Updates, integriertes CDN und Edge Caching, elastische Skalierung bei Traffic-Spitzen sowie Support mit Cloud-priorisierten SLAs ab. On-Prem ist jeder dieser Punkte ein eigenes Kostenzentrum mit eigenem Budget und Personal.

Können wir die Migrationskosten senken, indem wir unser On-Prem-System vorher aufräumen?

Ja, deutlich. Eine strukturierte Bereinigungsphase (Entfernen ungenutzter Extensions, Externalisieren von Konfigurationen, Löschen toter Integrationen und Testdaten) senkt die Migrationskosten um 15 bis 25 %. Wir stellen typischerweise fest, dass 25 bis 35 % der On-Prem-Anpassungen auf Commerce Cloud unnötig sind, weil die Plattform sie nativ abdeckt. Die Bereinigung dauert 2 bis 3 Monate, spart aber während der eigentlichen Migration ein Mehrfaches dieser Investition.

Was passiert mit unseren Anpassungen beim Wechsel zu Commerce Cloud?

Nicht alles muss mit. Commerce Cloud deckt viele Fähigkeiten nativ ab, die On-Prem Custom Code erforderten: Caching, Skalierung, Deployment-Pipelines, CDN und Sicherheitspatching. Wir führen ein strukturiertes Assessment durch und klassifizieren jede Anpassung als weiterhin nötig, durch Plattformfunktionen ersetzbar oder obsolet. Geschäftskritische Anpassungen migrieren unverändert. Der Rest wird ausgemustert, was Ihre Codebasis, den Testaufwand und die langfristigen Wartungskosten reduziert.

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